Sozialen Missständen begegnen und einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten, das ist das Hauptziel eines Social Start-ups.
JUGEND GRÜNDET
Start-up Basics
Deine Wissens-Basis für den Wettbewerb
Was heißt Social Entrepreneurship?
Darunter versteht man Unternehmen, die gegründet oder betrieben werden, um gesellschaftliche Herausforderungen mit innovativen und unternehmerischen Methoden zu lösen.
Klassische Unternehmen fokussieren sich primär auf Profit. Reine Wohltätigkeitsorganisationen verfolgen soziale Ziele, wirtschaften aber nicht unternehmerisch.
Sozialunternehmer:innen vereinen die positiven Aspekte beider Ansätze:
Sie nutzen die gestalterischen Möglichkeiten, die man als Unternehmer:in hat, um soziale Probleme zu lösen – und erwirtschaften dabei Gewinne, um den sozialen Zweck weiter zu fördern.
Gewinn mit Sinn!
Gesellschaftlicher Mehrwert
Unternehmerisch handeln
Soziale Probleme werden hier nicht über Gesetze gelöst, sondern durch ein Angebot, das im freien Markt Veränderung bewirkt.
Re-Investieren von Gewinnen
Kernpunkt: Gewinne dienen nicht der Bereicherung, sondern werden reinvestiert, um mehr Wirkung zu erzielen.
Gemeinnützigkeit - Rechtliche Besonderheit
Wenn ein Unternehmen nicht primär darauf ausgerichtet ist, Gewinne für Eigentümer oder Investoren zu erwirtschaften, sondern darauf, einen positiven Beitrag für die Gesellschaft (Umwelt, Bildung, Soziales, Kultur) zu leisten, dann kann das Unternehmen vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt werden.
Wenn das der Fall ist, kann man neben den ganzen klassischen Rechtsformen auch noch die gemeinnützigen Rechtsformen wählen.
Und die bringen Vorteile mit sich…
Gemeinnützigkeit
Die Vorteile
Typische Rechtsformen sind die gGmbH, oder gUG, aber auch Vereine, Stiftungen oder Genossenschaften sind in diesem Bereich häufig.
Social Impact
Erfolg messen
Die Wertschöpfung in einem Sozialunternehmen richtet sich nicht primär nach betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, sondern muss auch durch andere Werte gemessen werden: den Social Impact.
Beispiel: Wenn ein Sozialunternehmen das Ziel hat, Slumbewohner mit eigenen Toiletten auszustatten, um die hygienischen Bedingungen zu verbessern, dann kann es seinen Erfolg z. B. messen durch:
- Die Anzahl der installierten Toiletten pro Jahr
- Die Reduktion von Todesfällen durch Durchfallerkrankungen
Jedes Sozialunternehmen muss eigene Richtwerte und Ziele festlegen: kurz-, mittel- und langfristig.
Zentral!
Finanzierung & Nachhaltigkeit
Auch wenn bei Social Start-ups der gesellschaftliche Mehrwert im Zentrum steht und Geld manchmal zweitrangig erscheint: Ohne Einnahmen funktioniert ein Social Start-up nicht. Und damit kann ohne Einnahmen auch kein gesellschaftlicher Mehrwert entstehen. Geld ist also auch hier zentral.
Mögliche Einnahmequellen:
Verkaufserlöse: Produkte oder Dienstleistungen verkaufen
Crowdfunding: z. B. Fairphone finanzierte die erste Entwicklung durch Vorbestellungen
Spenden: Von Privatpersonen oder Unternehmen
Förderprogramme: Stiftungen oder öffentliche Fördermittel (z. B. EU-, Bundes- oder Landesministerien)
Wichtig:
Die langfristige, nachhaltige Finanzierung steht im Fokus. Ein Unternehmen ohne Geld kann keine dauerhafte Wirkung entfalten! Also, nicht nur an den Anfang denken, sondern überlegen, wie man sicherstellen kann, dass immer wieder Geld reinkommt. Vielleicht also Spenden im Abo-Modell? Schau dir auf jeden Fall mal unterschiedlichste Geschäftsmodelle an. Manchmal muss man Umwege gehen, um am Ziel anzukommen.
Zielgruppen
Nutzende ≠ Zahlende
Für Social Entrepreneure ist die Zielgruppendefinition oft komplexer: Häufig richten sich die Angebote an drei Gruppen gleichzeitig:
Nutzer:innen: Diejenigen, die direkt von eurem Angebot profitieren
Zahlende Zielgruppen: Diejenigen, die für das Angebot bezahlen
Profiteur im erweiterten Sinn: die Gesellschaft, der Staat.
Wichtig ist, dass ihr bei der Entwicklung eines Social Start-ups wirklich alle Zielgruppen in den Blick nehmt. Ihr müsst für alle einen (unterschiedlichen?) Mehrwert schaffen, damit die Idee am Ende funktioniert. Ganz wichtig sind dabei die zahlenden Zielgruppen.