JUGEND GRÜNDET

Start-up Basics

Deine Wissens-Basis für den Wettbewerb

Was ist ein Geschäftsmodell?

Ein Geschäftsmodell ist im Grunde die Antwort auf die Frage:

👉 „Wie verdienen wir mit unserer Idee Geld?"

Das kann sogar mit derselben Sache auf verschiedene Weise passieren: Beispiel Auto.

Ein Auto kann man kaufen, leasen oder auch nur für eine Stunde über Carsharing leihen. Es kommt auch hier ganz auf die Menschen, also eure Zielgruppen an!

Häufige Geschäftsmodelle

Es gibt einige Geschäftsmodelle, die findet man immer wieder. Vielleicht findet ihr hier den entscheidenden innovativen Twist für eure eigene Geschäftsidee.

Praxis-Tipp: 

Die meisten erfolgreichen Angebote sind Mix-Modelle (z. B. Freemium + Abonnement + Add-ons).

🏪 Stationäres Ladengeschäft

Dabei handelt es sich um eines der ältesten und weitverbreitetsten Geschäftsmodelle. Ein Unternehmen unterhält an einem oder an mehreren Orten Läden, aus denen heraus direkt die Leistungserfüllung gegenüber der Kundschaft erfolgt. Beispiele: Bäckerei, Blumenladen, Café, Einzelhandel, Schreinerei Viele Unternehmen ergänzen heute ihr stationäres Angebot mit Online-Shops. Die Kombi aus stationärem Handel und Online-Handel bezeichnet man auch als Multi-Channel-Ansatz.

📅 Abonnements

Zeitungen, Filme, Kochboxen: Immer da und zur Verfügung, ohne weiteren Aufwand. praktisch für die Kundschaft, weil die gewünschten Dinge immer da sind, gut für die Unternehmen, weil man mit festen und immer wiederkehrenden Einnahmen rechnen kann. Die Herausforderung hier: Den Wert des Abos für die Kundschaft dauerhaft zu erhalten.
Das ist eigentlich auch ein ganz altes Geschäftsmodell: Man kauft sich, was man gerade braucht. Online erscheint das aber manchmal als Neuerung. Beispiel: Filme. Manchmal will man kein Abo, sondern einfach nur diesen Film.
Dieses Geschäftsmodell baut darauf auf, dass die Einstiegsversion kostenlos ist, man dann aber für bestimmte Leistungen zusätzlich zahlen muss. Dieses Modell wird häufig auch als Werbemaßnahme genutzt, um mit dem Freemium-Modell erstmal eine große Anzahl an Usern zu generieren, um ein wichtiger Akteur auf dem Markt zu werden. Im zweiten Schritt versucht man dann die Leute davon zu überzeugen, dass sich das Premium-Angebot, also die Bezahlversion, doch lohnt. Dieses Geschäftsmodell hat eine große Nähe zum Add-on-Modell und wird häufig mit dem Modell des Hidden Revenue verknüpft.
Viele Online-Angebote sind für die Nutzenden scheinbar komplett kostenlos. In diesem Fall aber finanzieren sich die Unternehmen auf andere Weise, die sie vor den Nutzenden meist ein wenig zu verstecken versuchen. Denn häufig sind in diesen Fällen die Nutzenden Teil des Produkts oder ihre Daten sind das Produkt, im Hinblick auf eine zweite Zielgruppe. Kostenloses Angebote werden meistens durch Werbung finanziert, die sich die Nutzenden anschauen müssen und/oder ihre Daten werden an andere verkauft oder anderweitig genutzt. Hier stehen die Unternehmen häufig vor Herausforderungen des Datenschutzes.

📦 Direct-to-consumer

Business to customer (B2C): In diesem Modell gibt es keine Zwischenhändler, sondern das produzierende Unternehmen verkauft direkt an die Endkundschaft. Beispiel Schokolade: Wird meistens im Supermarkt gekauft. Inzwischen kann man die viele Sorten aber auch direkt über den Online-Shop des jeweiligen Unternehmens beim Hersteller selbst bestellen. Der Vorteil für die Unternehmen: Ein größerer Anteil des Gewinns bleibt bei ihnen. Ein zu bedenkender Nachteil: Der Direktvertrieb kostet die Unternehmen natürlich trotzdem Geld. Das sollte nicht vergessen werden. In vielen Fällen wird Direktvertrieb und Verkauf über Zwischenhändler kombiniert.
Aufbauend auf dem Vorbild eines klassischen Wochenmarkts, bei dem Standgebühren dafür zu bezahlen sind, dass man als Anbieter vor Ort sein darf, haben sich Online Marketpklaces, als sehr gewinnbringende Geschäftsmodelle erwiesen. Da.h., man baut einen Online-Shop, in den man nicht selbst Produkte einstellt, sondern anderen die Möglichkeit biete ihre Waren anzubieten. Dies geschieht entweder durch eine Gebühr oder eine Beteiligung am Umsatz. Letztlich ist man eine Art Makler, der zwei Parteien zusammenbringt, die ihre Leistungen austauschen.
Alles individuell. Das Modell ist nicht so einfach skalierbar, weil die Indvidualisierung natürlich (kosten-)aufwändig ist, aber dafür kann man auch einen höheren Preis verlangen. Beispiel: Maßangefertigter Esstisch. Teurer, als der bei Ikea, dafür aber genau so, wie die Kund:in ihn haben wollte.
Hier wird den Kund:innen überlassen den Preis festzulegen. Sie sollen so viel zahlen, wie ihnen das Angebot wert scheint. Studien zeigen, dass das Modell vor allem dann Erfolg hat, wenn es mit einem gemeinnützigen Zweck gekoppelt wird, die Leute irgendwie emotional an das Angebot gebunden sind (Konzerte) oder der Herstellungspreis relativ günstig ist, dass den Leuten aber nicht klar ist, und sie daher eher zu viel bezahlen.

🔨 Auktionen

Bei Auktionen steht der Preis nicht fest. Hier kommt es ganz auf Angebot und Nachfrage an. Manchmal ist das zum Vorteil des Unternehmens (mehr Leute wollen die Sache kaufen, als sie haben können: Der Preis schnellt in die Höhe), manchmal ziehen die Käufer:innen große Vorteile (wenn kaum jemand das Angebot haben will, bekommt man es vielleicht zu einem Schnäppchen). Es lohnt sich hier an Mindestgebote zu denken.
Hier wird ein sehr günstiges Basis-Angebot gemacht und sobald man sich zum Vertragsabschluss entschließt, werden einem viele weitere Angebote gemacht. Beispiel: Flugbuchung. Der Ausgangsflug ist günstig. Gepäck, Verpflegung, Boarding: Für mögliche Zusatzannehmlichkeiten, von denen man häufig doch auch einige braucht, muss man extra bezahlen und der eingangs günstige Preis, nähert sich immer mehr einem normalen Preis an.
Ein Angler fängt einen Fisch nicht mit einem Haken, sondern mit einem Köder. So ähnlich funktioniert auch dieses Geschäftsmodell. Es geht darum die Zielgruppen zu ködern und bei sic zu halten. Dieses Geschäftsmodell wird meist von Unternehmen gewählt, die mehrere Dinge anbieten oder deren Angebot aus mehreren Dingen besteht und die unabhängig voneinander keinen Sinn machen. Beispiel: Kapselkaffeemaschinen. Die Kaffeemaschine wird vergleichsweise günstig angeboten. Die Kaffeekapseln, die man immer wieder kaufen muss, weil sonst die Kaffeemaschine ihren Sinn verliert sind dann vergleichsweise teuer. Auch Supermärkte verfahren mit Wochenangeboten häufig so. Es gibt ein supertolles Angebot, das viele Leute in den Laden lockt, wohlwissend, dass es bei einem solchen Einkauf meist nicht nur bei der einen Sache, die im Angebot ist, bleibt.

Typische Fehler

Auf ein paar Dinge solltest Du bei der Wahl Deines Geschäftsmodells unbedingt achten:

Die Zielgruppe nicht im Blick → Wähle ein Geschäftsmodell, das zur Zielgruppe  passt. Nicht das, das am lukrativsten erscheint.

Zu viele Modelle auf einmal. → Erst ein Kernmodell fit machen, dann erweitern.

Versteckte Kosten unterschätzt. → Versand, Retouren, Support: Denkt auch an diese Nebenkosten und plant sei ein.

Hidden Revenue. → Immer klar, fair und datenschutz-konform kommunizieren, sonst könnt ihr rechtliche Probleme bekommen und euer Ruf ist dahin. 

 

Quick-Check 

✅ Kannst du in einem Satz erklären, wie du Geld verdienst?

✅ Wer bezahlt wofür wie viel?

Behalte die Zielgruppen  immer im Blick, rechne mal alles durch, sprich mit Leuten: Dann wird das was!

Fragen?

Die Antworten auf die häufigsten Fragen findest du in unseren FAQs. Oder du nimmst einfach direkt Kontakt zu unserem Team auf. Wir freuen uns!

Antworten finden