JUGEND GRÜNDET

Start-up Basics

Deine Wissens-Basis für den Wettbewerb

Die Rechtsform bestimmt unter anderem:

  • ob du mit deinem Privatvermögen haftest,
  • wie viel Startkapital nötig ist,
  • wie viel Bürokratie und Pflichten auf dich zukommen.

Die Entscheidung für eine Rechtsform ist gar nicht immer so leicht, denn es gibt eine große Auswahl. Deshalb holen sich Gründer:innen oft Rat bei Rechtsanwält:innen oder Steuerberater:innen. Aber Achtung: Fragst du zwei Expert:innen, bekommst du oft drei Meinungen. Denn die eine perfekte Rechtsform gibt es nicht – jede hat ihre Vor- und Nachteile.

Bei der großen Anzahl an möglichen Rechtsformen unterscheidet man grob zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften.

Kategorie 1

Personengesellschaften

Personengesellschaften zeichnen sich dadurch aus, dass immer mindestens eine Person komplett mit dem Privatvermögen haftet. 

Das bedeutet: Wenn dein Unternehmen Schulden macht, können Gläubiger auch auf dein privates Auto, dein Erspartes oder im schlimmsten Fall sogar auf dein Haus zugreifen.

  • Einzelunternehmen
  • GbR
  • oHG
  • KG
Einzelunternehmen

Einzelunternehmer:in

Die einfachste Form. Du entscheidest alles selbst, brauchst kein Startkapital, haftest aber komplett mit deinem Privatvermögen.

Vorteile:

  • Keine Mindestkapitalanforderung
  • Wenig Bürokratie
  • Du hast allein die Entscheidungsgewalt

Nachteile:

  • Volle Haftung mit Privatvermögen
  • Weniger professionelles Image
GbR

Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Zwei oder mehr Personen schließen sich zusammen. Kein Mindestkapital, aber alle haften voll mit ihrem Privatvermögen.

Vorteile:

  • Schnell und einfach zu gründen
  • Kein Mindestkapital
  • Ideal für Teams am Anfang

Nachteile:

  • Alle haften mit Privatvermögen
  • Bei Streit kann es kompliziert werden
oHG

Offene Handelsgesellschaft

Ähnlich wie die GbR, aber größer und ins Handelsregister eingetragen. Alle haften unbegrenzt.

Vorteile:

  • Seriöses Image durch Handelsregistereintrag
  • Keine Mindestkapitalanforderung

Nachteile:

  • Volle Haftung mit Privatvermögen
  • Mehr Bürokratie als GbR
KG

Kommanditgesellschaft

Mischung: Mindestens ein Gesellschafter haftet voll (Komplementär), andere nur bis zu ihrer Einlage (Kommanditisten).

Vorteile:

  • Teilweise beschränkte Haftung möglich
  • Flexibel für Investoren

Nachteile:

  • Mindestens eine Person haftet voll
  • Komplexere Struktur

Kategorie 2

Kapitalgesellschaften

Bei Kapitalgesellschaften ist die Haftung auf das Vermögen des Unternehmens begrenzt. 

Also, in Sachen Haftung ein klarer Vorteil gegenüber Personengesellschaften!

  • GmbH
  • UG
  • AG
  • Genossenschaft
GmbH

GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)

Haftungsbeschränkt, d.h. dein Privatvermögen bleibt sicher. Du brauchst aber mindestens 25.000 € Startkapital (davon müssen mindestens 12.500 € bei Gründung eingezahlt werden).

Vorteile:

  • Haftung beschränkt auf Firmenvermögen
  • Seriöses, professionelles Image
  • Attraktiv für Investor:innen

Nachteile:

  • Hohes Mindestkapital (25.000 €)
  • Mehr Bürokratie und Kosten (Notar, Handelsregister, Jahresabschluss)
UG

UG (haftungsbeschränkt) – die „Mini-GmbH"

Start schon ab 1 €, aber du musst Gewinne ansparen, bis du 25.000 € erreicht hast.

Vorteile:

  • Geringes Startkapital (theoretisch ab 1 €)
  • Haftung beschränkt auf Firmenvermögen
  • Günstiger als GmbH

Nachteile:

  • Gewinne müssen angespart werden (Thesaurierungspflicht)
  • Weniger Prestige als GmbH
AG

AG (Aktiengesellschaft)

Aufwendig, Mindestkapital 50.000 €. Eher für sehr große Unternehmen.

Vorteile:

  • Haftung beschränkt
  • Ideal für große Investitionsprojekte
  • Aktien können gehandelt werden

Nachteile:

  • Sehr hohes Mindestkapital (50.000 €)
  • Komplexe Struktur und viel Bürokratie
Genossenschaft

Genossenschaft

Mindestens drei Mitglieder, Entscheidungen demokratisch. Praktisch für gemeinschaftliche Projekte (z.B. Bau- oder Schülergenossenschaften).

Vorteile:

  • Demokratische Entscheidungsstruktur
  • Haftung beschränkt
  • Ideal für Gemeinschaftsprojekte

Nachteile:

  • Mindestens drei Gründungsmitglieder
  • Komplexere Verwaltung

Gemeinnützig

Besondere Rechtsformen

Social Start-ups, bei denen der Nutzen für die Gesellschaft im Vordergrund steht, können zusätzliche Rechtsformen in Betracht ziehen, sofern sie als gemeinnützig anerkannt wurden. Diese bringen in diesen Fällen Vorteile mit sich.

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Verein (e.V.)

Ab sieben Mitgliedern möglich.
Vorteile: Ideal für gemeinnützige Projekte, geringe Haftungsrisiken, Steuervorteile bei Gemeinnützigkeit
Nachteile: Mindestens sieben Mitglieder, einige bürokratische Auflagen.

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gGmbH / gUG

Wie GmbH oder UG, nur mit Fokus auf Gemeinnützigkeit.
Vorteile:
Haftung beschränkt, steuerliche Vorteile, seriöses Image
Nachteile:
Gemeinnützigkeit muss anerkannt werden, Gewinne dürfen nicht ausgeschüttet werden

Die perfekte Rechtsform

Es kommt darauf an

Die perfekte Rechtsform gibt es nicht – es kommt auf deine Ziele, dein Budget und dein Risikoprofil an.

  • Personengesellschaften sind einfach zu gründen, aber du haftest mit Privatvermögen.
  • Kapitalgesellschaften bieten Haftungsschutz, brauchen aber mehr Kapital und Bürokratie.
  • Für den Anfang empfehlen sich die formell einfachen Rechtsformen wie Einzelunternehmen oder GbR.
  • Wer mehr Sicherheit in Haftungsfragen haben will, sollte eine UG gründen. Die gibt es auch als gemeinnützige UG (gUG).

     

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