
1. Was ist Marketing?
Wenn eure Geschäftsidee steht, und ihr an eurem Businessplan arbeitet, dann geht es neben den Überlegungen zur Umsetzung vor allem auch darum, wie man die Zielgruppen erreicht. Genau hier setzt Marketing an!
Marketing ist mehr als Werbung. Es umfasst alle Entscheidungen und Maßnahmen, mit denen ihr euer Unternehmen am Markt positioniert und Kundinnen und Kunden für eure Idee gewinnt.
Dazu gehören vor allem die vier Bereiche des Marketing-Mix (auch 4 P’s genannt):
💡 Produkt: Was genau bietet ihr an, und welchen Nutzen hat es für eure Zielgruppe?
💰 Preis: Zu welchem Preis wird euer Angebot attraktiv und zugleich wirtschaftlich sinnvoll?
📢 Promotion: Wie macht ihr auf euer Unternehmen und euer Angebot aufmerksam?
🚚 Placement: Über welche Wege kommt euer Produkt oder eure Dienstleistung zu den Kundinnen und Kunden?
Gerade für Gründerinnen und Gründer ist Marketing wichtig, weil eine gute Idee nur dann erfolgreich wird, wenn sie auch am Markt verstanden und nachgefragt wird. Deshalb lohnt es sich, Marketing von Anfang an mitzudenken. Dabei hilft euch auch der JG-Businessplan!
Die 4 P's im Detail
Jetzt schauen wir uns die vier Dimensionen des Marketing im Detail an.

1. Produkt 💡
Euer Produkt, also das Angebot, also die Idee ☺️ ist der Star eures Unternehmens! Alles dreht sich darum.
Wichtig: Es muss den Kunden glücklich machen und ein echtes Problem lösen. Sonst kauft niemand! 😅
Die Produkt- oder Angebotsentwicklung ist das allerwichtigste bei der Entwicklung einer Geschäftsidee. Alles andere wird drumherum gebaut. Deswegen haben wir zur Geschäftsidee und die dafür so wichtigen Zielgruppen auch extra Inputs für euch.
Im Rahmen des Marketings kann aber natürlich nicht auf jedes technische Detail der Geschäftsidee, das vielleicht für die Umsetzung wichtig ist, eingegangen werden. Hier muss man eine Auswahl treffen. Worauf der Fokus gelegt wird, ist wiederum ganz abhängig davon, was ihr anbietet, wer eure Zielgruppen sind, und was die Konkurrenz so bietet.
Tipp: Fragt euch – Warum sollte die Zielgruppe genau euer Produkt kaufen wollen? 💭
Ausgangspunkte für den Produktpart im Rahmen des Marketing könnten deshalb zum Beispiel sein:
💡 Kernfunktion – Was kann es besser als andere?
🎨 Design & Verpackung – Sieht es extra cool aus?
⭐ Qualität – Hält es besonders lange?
🛠️ Service – Was, wenn was kaputt geht? Bietet ihr dann große Unterstützung?
Hier kommt also euer USP ins Spiel, das, was euch einzigartig macht.

2. Preis 💰
Wie viel soll euer Produkt kosten?
Das entscheidet mitunter, ob ihr Gewinn macht oder Pleite geht! 💸
Es gibt dabei zwei Hauptstrategien:
Premiumstrategie:
Top-Qualität = höherer Preis und Klasse statt Masse stehen bei dieser Strategie im Vordergrund. Luxus-Autos wären hierfür ein Beispiel.
Hoher Preis, geringe Stückzahlen, fette Gewinnmarge 💰✨
Das klappt aber nur, wenn Leute auch bereit sind den hohen Preis zu zahlen. Und dafür muss man eben auch was bieten.
Kostenführerstrategie:
Das Gegenteil ist hier das Ziel: Alle können es sich leisten! Es wird also versucht das Angebot so günstig, wie möglich, zu machen, damit so viele Leute, wie möglich, zuschlagen.
Niedriger Preis, riesige Stückzahlen, dünne Gewinnmarge 🛒📈
Bei dieser Strategie ist für euch wichtig, dass eure Kosten auch möglichst niedrig sind, damit ihr trotz niedriger Preise noch Gewinn macht.
Neben diesen zwei extremen Strategien gibt es natürlich auch immer den Mittelweg ☺️
Fragt euch also:
👥 Wer ist eure Zielgruppe?
💭 Wie viel ist euer Produkt der Zielgruppe wert? Was kann sie sich leisten?
🤔 Wie viel verlangt die Konkurrenz?
🧠 Trick: 49,99 € wirkt günstiger als 50 €! 😏
Tipp: Fragt nach: Was würden eure Freund:innen zahlen? Macht eine kleine Umfrage! Da kann man richtig viel lernen.
Alternative Preismodelle
Nicht immer muss direkt der volle Preis bezahlt werden!
🎵 Abo-Modelle (wie Streaming-Dienste): Man zahlt regelmäßig für die Nutzung. Vorteil für das Unternehmen: Wiederkehrende Einnahmen!
🚗 Leasing/Mieten (Autos, Smartphones): Teure Sachen werden erschwinglich! Mehr Leute können sich auch Premium-Angebote leisten.
Fragt dich hier also wieder: Was passt zu meiner Zielgruppe?

3. Promotion 📣
Kunden kaufen nur, was sie kennen!
Deshalb müsst ihr die Leute auf euer Produkt aufmerksam machen. Jetzt geht es also wirklich um Werbung!
Hauptaufgabe der Werbung: Auffallen – und das positiv!
Werbung soll eure Zielgruppe informieren und sie überzeugen, dass sie euer Produkt braucht. 🎯
Wichtig: Richtige Kanäle für eure Zielgruppe wählen!
💸 Das ist eine Geldfrge: Ihr werdet nie genug Geld für alle Plattformen gleichzeitig haben. Deshalb überlegt: Wo verbringt eure Zielgruppe Zeit? TikTok? Instagram? Fernsehen? Wartend an der Bushaltestelle?
Werbung hat eine doppelte Mission:
1️⃣ Neue Kunden finden und begeistern
2️⃣ Bestehende Kunden in ihrer Entscheidung für euch bestätigen
Mit eurer Werbung solltet ihr also zunächst Aufmerksamkeit erregen und im zweiten Schritt ein Bedürfnis erschaffen:
➡️ Von „Hey, was ist das denn?" zu „Das brauch ich!" 🚀

Werbung
Die klassischste Form der Promotion sind Werbeanzeigen.
Ob Print, Plakat oder Video, Spots in Podcasts oder im Radio - Hier wird den Leuten direkt bewusst: “Ah, Werbung!”
Klassische Werbeanzeigen sind heutzutage überall. Und viele Menschen fühlen sich davon eher genervt oder ignorieren sie komplett.
Um Erfolg zu haben, muss klassische Werbung heutzutage deshalb oft andere Wege gehen:
ℹ️ Starker neutral wirkender Info-Charakter der Werbung, wie bei Anzeigenbeilagen in der Zeitung, die auf Sonderangebote in Supermärkten oder Möbehäusern hinweisen.
💫 Besonders ausgefallene Anzeigen/Spots, die eher unterhaltenden Charakter haben und deshalb Aufmerksamkeit und Sympathien auf sich ziehen.
Below-the-Line Kommunikation
Weil richtig gute Werbung zu machen gar nicht so einfach ist, versucht man es schon seit längerem mit Werbung, die nicht direkt als solche zu erkennen ist.
Beispiele:
Product Placement
Product Placement sorgt dafür, dass in Filmen oder Serien Produkte des eigenen Unternehmens genannt oder verwendet werden. Potentielle Kunden sehen das Produkt so nebenbei und verbinden im besten Fall positive Eindrücke mit dem Produkt. Beispiel: Die Autos, die James Bond in seinen Filmen fährt, erleben nach Veröffentlichung der Filme regelmäßig Absatzsprünge.
Sales Promotion am Point of Sale
Sales Promotion am Point of Sale sind kurzfristige Aktionen, die nebenbei Aufmerksamkeit auf das Produkt lenken sollen, wie zum Beispiel eine Kinderhüpfburg am verkaufsoffenen Sonntag, die Kunden (die Eltern) in den Laden locken. Darunter fallen auch Rabatte oder Promo-Codes (Code bei dessen Einlösung der Kunde einen Vorteil erhält).
Content Marketing
CContent Marketing bedeutet, nützliche und hochwertige Inhalte zu erstellen, um eure Zielgruppe zu erreichen und Vertrauen aufzubauen. Statt direkt zu verkaufen, teilt ihr Wissen, Tipps oder Inspiration, die den Leuten wirklich helfen. So werdet ihr langfristig bekannter und sympathischer – perfekt zum Markenaufbau für euer Start-up.
Viral Marketing
Viral Marketing nutzt soziale Netzwerke, um eure Botschaft explosionsartig zu verbreiten. Mit emotionalem, witzigem oder überraschendem Content wollen Nutzer:innen teilen und empfehlen. So entsteht Reichweite durch Mund-zu-Mund-Propaganda in Liken, Shares und Stories.
Guerilla Marketing
Guerilla Marketing setzt auf überraschende, kreative Aktionen, die Aufmerksamkeit erregen. Mit wenig Budget entstehen unvergessliche Erlebnisse direkt vor Ort oder online. Die Aktionen sind oft nur einmal machbar, aber bleiben stark im Gedächtnis der Zielgruppe.
Influencer Marketing
MInfluencer Marketing schickt Produkte an bekannte Persönlichkeiten aus Social Media, damit sie sie testen und empfehlen. Die Influencer:innen teilen ehrliche Meinungen in Stories, Reels oder Posts, was Vertrauen bei deren Followern schafft.
⚠️ Aber Achtung:
In Deutschland muss Werbung trotzdem immer als Werbung gekennzeichnet sein. Sogenannte Schleichwerbung ist verboten.
4. Placement (Vertrieb) 🚚
Wenn die Leute wissen, dass es euer Angebot gibt, und sie es auch haben wollen, dann braucht es jetzt noch einen Ort, an dem sie es erwerben können.
Supermarkt, Fachgeschäft, Online oder nur nach individuellem Beratungsgespräch?
Es gibt zwei Hauptwege:
- Direkter Vertrieb: Ihr verkauft selbst direkt an Kunden (z. B. eigener Shop).
- Indirekter Vertrieb: Über Händler oder Partner (Drogerie, Online-Plattform, etc.).
Auch hier wieder entscheidend für den Erfolg 🎯:
💡 Angebot: Was passt zu eurem Angebot? Was ist üblich?
🙋 Zielgruppe: Was passt zur Zielgruppe? Wie kann man es ihr einfach machen?
Gelegenheit macht Diebe, sagt man. Zum Diebstahl wollt ihr sicher nicht anregen, aber nicht umsonst gibt es auch den Ausdruck Gelegenheitskauf. Macht es eurer Zielgruppe so einfach, wie möglich, damit sie es sich nicht doch nochmal anders überlegt.
Je nachdem, wer eure Zielgruppen sind, wird die Vertriebsart auch noch durch folgende Fachbegriffe beschrieben:
- B2C = Business to Consumer (Endkunden wie ihr und ich) → Supermarkt, Onlineshop, …
- B2B = Business to Business (Firmen) → Fachmesse, Sales Call, …
- B2G = Business to Government (Behörden/Staat) → Ausschreibungen, direkte Behördenansprache, …
Warum ist es wichtig sich damit so genau auseinanderzusetzen?
Jede Zielgruppe will auf dem zu ihr passenden Kanal angesprochen werden – Nehmt das ernst. Sonst wird es schwer Erfolg zu haben!
Die 4 P's sind wie ein gutes Team – sie ergänzen sich perfekt! 🧩
Produkt ohne guten Preis? Flop. Starke Promotion, aber falscher Vertrieb? Niemand findet das Angebot.
Wenn alle Ps perfekt zueinander passen, wird euer Start-up unschlagbar!
Testet aus, fragt rum, passt an, dann wird das! 💰✨
Und wir können es gar nicht häufig genug sagen: Die Zielgruppen sind entscheidend!