Platz 1 beim PE in Berlin geht nach Bruchsal

Heuballen, die verschimmeln: Ein bisher kaum bekanntes Problem mit schweren Folgen, das jetzt endlich eine Lösung findet, brachte Leonie-Lisa Dohn Platz 1

Die Schülerin sicherte sich durch einen herausragenden Pitch den ersten Platz und damit einen Startplatz im Wettbewerbsfinale im Juni in Stuttgart

Der zweite Platz ging an Employfix aus Neubrandenburg und der dritte Platz an OleoClip aus Stuttgart

„Heuwind Lagertechnik“ – so heißt die Geschäftsidee, mit der sich Leonie-Lisa Dohn von der Handelslehranstalt Bruchsal beim „Jugend gründet“ Pitch Event in Berlin den ersten Platz sichern konnte. Die Schülerin entwickelte und präsentierte eine stabile Unterkonstruktion aus recyceltem Kunststoff, die Heuballen trocken und sicher lagern soll. Denn Schimmel in Heuballen ist ein großes Problem für Landwirte und Pferdebesitzer und wird durch unsachgemäße Lagerung auf Europaletten verursacht und meist erst spät bemerkt. Das modulare System soll Holzpaletten ersetzen, sowie Platz und Kosten sparen und nicht zuletzt für gesunde Ernährung der Tiere sorgen.

Betreut wird Leonie im Wettbewerb vom Lehrkräfte-Duo Ricarda Lang und Matthias Carius von der Handelslehranstalt Bruchsal.

Die Schülerin überzeugte beim Pitch Event von „Jugend gründet“ in Berlin bei McKinsey & Company mit ihrer sehr authentischen und souveränen Präsentation und holte sich in einem Foto-Finish damit den ersten Platz. 

Das Fazit der Expertenrunde: „Das Ausgangsproblem wird bisher noch komplett vernachlässigt. Es handelt sich hier um eine wirkliche Innovation, mit großem Marktpotenzial, bei der sogar eine internationale Skalierung denkbar ist. Wir waren sehr beeindruckt!“

Platz 1 und Direktqualifikation fürs Finale 
Für ihren Auftritt erntete Leonie aber nicht nur viel Anerkennung von der Jury, sondern auch einen echten Vorsprung im Wettbewerb. Ihr Startplatz im Finale des bundesweiten Schülerwettbewerbs im Juni in Stuttgart ist ihr sicher.

Platz 2 für App zur Finanzbildung junger Menschen 

Platz 2 sicherte sich Dominik Engelen aus Neubrandenburg mit seiner Idee „Employfix“. Der Schüler vom Albert-Einstein Gymnasium pitchte seine Geschäftsidee einer modularen Plattform für Mitarbeiter-Zufriedenheit. Während große HR-Suiten teuer, starr und kompliziert seien, soll seine modulare Plattform für KMU sich flexibel ans Unternehmen anpassen, automatisch die Mitarbeiterzufriedenheit analysieren und dabei sicherer und günstiger betrieben werden.

Beim Pitch Event in Berlin zeigten sich die Expertinnen und Experten extrem beeindruckt von der großen Souveränität, die Dominik auf der Pitch Bühne zeigte.

Besonders gefiel der Jury der klare Zielgruppenfokus: „Sich an KMU und Mittelstand zu richten ist wirklich sehr clever. Der Markt wurde von Dominik klasse definiert und wir sehen den Bedarf ganz klar. Noch dazu ist die Idee skalierbar. Sehr spannend!

Dritter Platz für Schüler-Team aus Stuttgart
Einen starken dritten Platz sicherten sich Anton Schwarz, Julius Rudolf, Inocencio Maunz Manzano, Jonas Riedißer und Pawel Karpowicz aus Stuttgart. Das Fünferteam vom Albertus-Magnus-Gymnasium hat ein Konzept entwickelt, wie Öllecks in Industrieanlagen frühzeitig erkannt werden können. Der OleoClip ist als nachrüstbares Leckwarnsystem für ölführende Rohrleitungen in Industrieanlagen gedacht. Es soll Lecks direkt an typischen Schwachstellen erkennen und sie sofort optisch, akustisch und digital melden, um Schäden zu vermeiden. 

„Leck erkannt, Schaden gebannt!“ haben sich die Fünf gesagt, und die Jury von sich und dem großen Potential überzeugt.

Betreut wird das Team von seiner Lehrerin Gabriele Schwelling.

Die Jury lobte besonders die hohe Sensibilität der Schüler für ein echtes Industrieproblem. „Da gibt es großes Potenzial für die Anwendung auch in anderen Bereichen und für andere Materialien. Das Problem kleiner Leckagen sollte nicht unterschätzt werden. Wir freuen uns schon, die weitere Entwicklung des Teams zu sehen!“

Viele starke Pitches und Ideen für eine bessere Zukunft
Insgesamt präsentierten in Berlin elf Teams aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern ihre innovativen Geschäftsideen auf der Pitch-Bühne und stellten sich dem Urteil einer hochkarätigen Experten-Jury. Drei Minuten hatte jedes Team für seine Präsentation, drei weitere Minuten galt es, die Fragen der Jury zu beantworten. Die Expertinnen und Experten zeigten sich beeindruckt von der Qualität der Pitches. „Diese Teams sehen wir alle im Bundesfinale!“ so ein Jurymitglied.

Alle Teams hatten sich bereits im Vorfeld gegen eine starke Konkurrenz durchgesetzt. Ganze 1.461 Businesspläne wurden in der 23. Wettbewerbsrunde von „Jugend gründet“ eingereicht. Nur die besten 34 Teams wurden zu den Pitch Events eingeladen.  

Nächste Herausforderung: Planspiel

Die nächste Herausforderung im Wettbewerb heißt „Start-up Simulator“. Im Unternehmensplanspiel gilt es, ein virtuelles Start-up in acht simulierten Geschäftsjahren zum Erfolg zu führen. Nur wer auch hier ausreichend Punkte sammelt, schafft es am Ende ins Finale. Noch haben damit alle Teams die Chance auf den Finaleinzug.