Interview mit Philipp Wahju

Du hast im Januar 2018 die Banauten GmbH mitgegründet. Das war nicht die erste Gründung, an der du beteiligt warst.

Tatsächlich bin ich Wiederholungstäter. Meine erstes Unternehmen die mecodia GmbH habe ich bereits 2010 während meines Studiums gegründet. Seitdem hat sich mecodia prächtig entwickelt, beschäftigt mittlerweile über 15 Mitarbeiter und wächst von Jahr zu Jahr. Die letzten zwei Jahre konnte ich dann als “digitaler Nomade” aus Übersee arbeiten und dort viele neue Eindrücke sammeln. Schließlich hat sich bei mir die Chance ergeben als technischer Direktor ein neues Unternehmen – die Banauten GmbH zu gründen. Ich liebe es über den Tellerrand zu schauen und darum habe ich nach fast acht Jahren bei mecodia eine neue Herausforderung gesucht.

Jugend gründet hat mich zu meiner Schulzeit mit dem Gründervirus infiziert. Seitdem kann ich mir gar nicht mehr vorstellen in einer steifen Struktur zu arbeiten. Ich liebe kleine, agile Startup-Teams, wo man weiß, dass jedes Rad perfekt ineinander greift. Ich möchte daher kein kleines Rädchen in einem großen Unternehmen sein, das die meiste Zeit des Tages in Meetings steckt oder sich mit internen Machtkämpfen beschäftigen muss um auf der Karriereleiter hochzuklettern. Ich mag es unkonventionell zu arbeiten, aktuelle Dinge zu hinterfragen und Dinge mit Mehrwert zu erschaffen. Daher liebe ich unsere Startup-Kultur bei den Banauten. Wir arbeiten komplett digital, flexibel und lösungsorientiert, feiern jeden kleinen Erfolg und leben moderne Technologien. Wir veranstalten z.B. regelmäßig Hackathons, bei denen wir innerhalb von einem Wochenende ein Produkt von der Idee bis zur Veröffentlichung entwickeln.

Wir, die Banauten, haben uns primär auf Digitalisierungsprojekte für den Mittelstand spezialisiert. Gerade in Deutschland hat es noch viele sogenannte Hidden Champions, die Weltmarktführer in einem Bereich sind, aber deren Prozesse und Produkte noch aus der alten Welt stammen und nicht digitalisiert sind. Wir begleiten diese Unternehmen bei der digitalen Transformation, konzipieren Strategien und setzen diese in Pilotprojekten, wie z.B. zeitgemäßen Softwarelösungen und Apps, um. Das Schöne daran ist, dass unser Team dabei bereits moderne Arbeitsformen vorlebt, d.h. ein paar meiner KollegInnen arbeiten bereits digital von unterschiedlichen Standorten.

Jeder, der schon einmal Unternehmens- oder Produktnamen gesucht hat, kennt das Problem. Man grübelt und diskutiert stundenlang über einen geeigneten Namen. Das haben wir auch gemacht. Nach einigen Wochen sind wir dann erschöpft die Vorschläge noch einmal durchgegangen und mussten alle bei dem Namen “Banauten” lachen und fanden ihn so abstrus, dass wir uns spontan für die Neukreation aus “Banane” und “Astronaut” entschieden haben. Der Name Banauten bleibt glücklicherweise im Kopf und sorgt bei den meisten Leuten für ein Schmunzeln. Letztendlich wird ein Name aber durch die Taten und Projekte geprägt.

Das Gründerteam besteht aus drei Personen. Einen Mitgründer kenne ich tatsächlich seit der Schulzeit. Wir sind unterschiedliche Persönlichkeiten, aber wir kennen all unsere Stärken und Schwächen und ergänzen uns so perfekt. Beide Aspekte sind bei einer Gründung enorm wichtig. Und den dritten im Bunde habe ich über ihn kennengelernt. Er ist ein renommierter Fotograf in der Automobilbranche und Digitalexperte durch und durch. Im Hinblick auf unser Wachstum suchen wir aktuell nach weiteren motivierten Menschen, die unser Team weiter bereichern und verstärken können.

Das ist eine schwere Frage. Vielleicht etwas in Richtung: “Unternehmer gründet Startup-Inkubator auf einer wilden Insel.” Ich habe tatsächlich schon lange den Traum eine eigene Insel zu besitzen. Startups oder andere Projektteams könnten dort in einer schönen Atmosphäre konzentriert an ihren Ideen arbeiten. Dazu wird lediglich eine stabile Internetverbindung benötigt. Alles andere kann mittlerweile ortsunabhängig erledigt werden. Und ich finde den Gedanken schön, das Meer direkt von der Haustür zu haben, wo man die Stille und Natur genießen kann, aber ebenso seiner Leidenschaft, Neues von Grund auf zu erschaffen, nachgehen kann.

Der Wettbewerb hat maßgeblich meinen Lebensweg geprägt, daher kann ich den Wettbewerb jedem Schüler auf jeden Fall empfehlen. Man darf zwar nicht vergessen, dass sehr viel Arbeit dahinter steckt, aber zumindest ich habe fürs Leben gelernt und konnte schon früh über den Schul-Tellerrand schauen. Bei dem Wettbewerb kann man super seine Teamfähigkeit testen und lernt mit neuen Situationen umzugehen. Und vielleicht findet man dort wie ich Mitgründer für zukünftige Gründungen und Abenteuer.

24.4.2018