JUGEND GRÜNDET

Start-up Basics

Deine Wissens-Basis für den Wettbewerb

Wenn die Leute wissen, dass es Euer Angebot gibt, und sie es auch haben wollen, dann braucht es jetzt noch einen Ort, an dem sie es erwerben können. 
Der Vertrieb beschreibt den Weg, über den Dein Produkt oder Service zur Zielgruppe gelangt.

Dieser Weg kann ganz unterschiedlich sein, je nach Produkt und Zielgruppe. Die Grundfrage aber bleibt dieselbe: Wo findet Euch Eure Zielgruppe? Wie kann eine Bestellung aufgegeben oder ein Kauf abgeschlossen werden?   

Gegenstand? App? Oder Dienstleistung? 

Die Art des Produkts hat großen Einfluss auf den Vertriebsweg.

haptisches Produkt

Ein Produkt zum Anfassen - vom Fitness-Armband über den Ventilator bis hin zum Sportwagen - kaufe ich in der Regel in einem Handelsgeschäft (stationärer Einzelhandel). Oder ich bestelle es in einem Online-Shop und lasse es mir liefern (Online-Handel).
Bei Dienstleistungen kann das schon etwas anders aussehen. Manche nehme ich direkt beim Dienstleister in Anspruch (Frisör, Restaurantbesuch, Investmentberatung, etc.), manche kommen zu mir nach hause (Handwerker, Installateure). Bei anderen Dienstleistern wie Online-Plattformen bezahle ich für ein Nutzungsrecht (Streaming-Dienstleister, Cloud-Speicher, Telekommunikation).
Der Vertrieb von Apps erfolgt primär über zentrale Plattformen wie den Google Play Store und den Apple App Store. Diese verdienen mit der Vermittlung eine Provision.
direkt vs. indirekt

Nicht alles muss man selbst machen - doch es gibt Argumente für beide Wege.

direkter Vertrieb

Hier verkauft der Hersteller selbst seine Waren direkt an den Endkunden. Dafür hat er eigene Verkaufsfilialen oder einen eigenen Online-Shop.

Dadurch, dass es keinen Zwischenhändler gibt, kann der Hersteller auch selbst bestimmen, wie viel Ware wo zu welchem Preis verkauft wird. Allerdings benötigt er auch entsprechend Personal, das die Verkäufe abwickelt. Zudem übernimmt er selbst die Logistik des Warentransports zum Kunden.

Hier fokussiert sich der Hersteller auf die Produktion und überlässt das Verkaufen einem Vertriebspartner. Solche "Absatzmittler" können zum Beispiel Supermärkte sein oder Online-Händler wie Amazon, aber auch Fachhandelsketten.

Mit diesem Modell spart sich der Hersteller den Aufbau einer eigenen Veretriebs-Infrastruktur. Gerade für junge Unternehmen ist es daher oft eine praktikable Lösung, um auch ohne ein eigenes netz aus Vekaufsfilialen eine hohe Marktdurchdringung zu erreichen.

Für diese Leistung muss der Vertriebspartner aber auch entlohnt werden, was die Gewinnmarge für den Erzeuger etwas schmälert. Auch kann die Abhängigkeit vom Partner und der fehlende Direktkontakt zur Kundschaft auch Nachteile bieten.

B2C, B2B  und  B2G!

Diese Abkürzungen stammen nicht aus einem Lied der Fantastischen Vier, sondern beziehen sich auf die Zielgruppe.

Business to Consumer (B2C)

B2C ist der Regelfall im Vertrieb. Hier verkauft der Händler an Endkunden wie Dich und mich. Die Kunden sind also Privatpersonen. Typische Beispiele für Vertriebswege im B2C-Handel sind der Supermarkt und der Onlineshop.

B2B beschreibt den Handel unter Firmen. Das bedeutet: Ein Unternehmen verkauft ein Produkt an ein anderes Unternehmen.

Das Auftragsvolumen ist hier pro Kundenbeziehung höher als beim Verkauf an Privatkunden, dafür gibt es weniger einzelne Kundenbeziehungen. Das hat auch Auswirkungen auf den Vertriebsweg, denn hier lohnt es sich für den Händler mehr, mit den einzelnen Kunden ins Gespräch zu kommen und Zeit in ein persönliches Gespräch zu investieren. Beispiele sind die Fachmesse oder der Direktvertrieb.

Der dritte Fall ist das Geschäft mit dem Staat, abgekürzt B2G. Denn auch öffentliche Institutionen beschäftigen Dienstleister oder schaffen Produkte an, um ihre Aufgaben zu erledigen.

Da der Staat mit öffentlichen Mitteln arbeitet (z.B. Steuergeldern) und im Auftrag des Volkes, muss er strengere Vorschriften erfüllen. Ein Impulskauf aus dem Bauch heraus ist kaum möglich, denn alles muss transparent und nachvollziehbar ablaufen. Ein typisches Beispiel sind daher Ausschreibungen, in denen der Staat beschreibt, was er möchte. Auf diese Ausschreibungen können sich Firmen im B2G-Handel dann mit einem Angebot bewerben.

Wie die Werbung ist auch der Vertrieb ein Teil der klassischen 4P im Marketing-Mix. Die 4P sind: Produkt, Preis, Promotion (Werbung), Placement (Vertrieb).

Tipp für den Businessplan: 

Vertriebswege solltet Ihr dabei für alle Eure Zielgruppen festlegen - bei einer App zum Beispiel auch für potentielle Werbekunden. 

 

Im JUGEND GRÜNDET Planspiel  ist der Vertrieb ebenfalls abgebildet und Teil Eurer Entscheidungen. 

Als CEO Deines Unternehmens kannst Du in jedem Geschäftsjahr Vertriebsangestellte einstellen oder entlassen. Diese kümmern sich darum, dass interessierte Kunden leicht an Dein Produkt kommen, wodurch die Nachfrage steigt. Außerdem steigern sie Deine Bekanntheit und die Kundenzufriedenheit etwas. 

Mehr dazu im [Planspiel-Handbuch].

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