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Businessplan Tipp 4: Erlösstruktur

In wenigen Wochen ist Weihnachten schon wieder vorbei … Doch selbst dann bleiben euch immer noch einige Tage, um eurem Businessplan den letzten Schliff zu geben. Das Jugend gründet-Team ist schon sehr gespannt, mit welchen Geschäftsideen die Teams in diesem Jahr antreten.

Ein guter Businessplan ist die Grundlage für den Erfolg im Wettbewerb. Er bietet zudem die Chance auf eine Einladung nach Ulm, Leipzig oder Hamburg zur Präsentation der besten Geschäftsideen und die Chance zum ersten Kennenlernen der Jugend gründet-Jury. Sollte es wider Erwarten nicht ganz zu einer Einladung für eine Präsentationsveranstaltung reichen, ist ein guter Businessplan zumindest ein gutes Punktepolster für die Planspielphase. Ein guter Businessplan wahrt im besten Fall die Chance auf eine Einladung zum Finale und wahrt auf jeden Fall die Chance auf ein Teilnehmer-Zertifikat. So ein Zertifikat macht sich bei Bewerbungen immer gut  – die Mühe lohnt sich also auf jeden Fall.

Zur Unterstützung gibt es jetzt die letzten Tipps der vierteiligen Serie. Es geht um die für ein Unternehmen überlebensnotwendige Erlösstruktur.

Wie hoch sind eure Kosten im ersten Geschäftsjahr? (19): Kalkuliert eure Kosten für das erste Geschäftsjahr so genau wie möglich. Versucht, den kompletten Ablauf – von der Produktion des Produktes bzw. der Organisation der Dienstleistung bis hin zum Verkauf – bei den Kosten abzubilden.

Denkt an eure Schlüsselaktivitäten. Was müsste ihr alles tun, um eure Geschäftsidee umsetzen zu können? In der Regel ist all das nicht umsonst zu haben. Erkundigt euch, wie hoch die Preise dafür sind und listet alles auf. Versucht, alle Kosten für den kompletten Ablauf von der Produktion bis zum Verkauf, bzw. der Organisation eurer Dienstleistung bis zum Verkauf aufzulisten.

Am Beginn der Existenzgründung stehen die Gründungskosten, die notwendig sind, damit das Unternehmen den regulären Geschäftsbetrieb aufnehmen kann. Das sind zum Beispiel administrative Kosten wie Anwaltskosten, Anmeldegebühren für Patente, Gewerbeanmeldung, Beratungshonorare, etc. Zudem müssen zu Beginn  die Investitionen getätigt werden müssen. Zum Beispiel:

  • Produktspezifische Kosten: Produktentwicklung und Design, Homepage (Programmierung und Design), Produktionsanlagen, etc.
  • Geschäftsausstattung: Immobilie, Einrichtung (z.B. des Ladens, des Büros), Fahrzeuge, Material (ggf. Lagerbestände) etc.

Dazu kommen die jährlichen Fixkosten und die variablen Kosten im ersten Jahr. Fixkosten sind Kosten, die in konstanter Höhe anfallen, unabhängig davon, welche Menge von einem Produkt erbracht wird. Beispiel: Mietkosten. Die vereinbarte Miete muss bezahlt werden, egal wie viel Stück verkauft werden. Variable Kosten sind abhängig von der produzierten Menge. Beispiel: Wird ein Auto mehr verkauft, werden vier Reifen mehr gebraucht.

Jede Geschäftsidee hat andere Kostenfaktoren, deshalb ist die Auflistung der folgenden Punkte nur beispielhaft und muss von Geschäftsidee zu Geschäftsidee erweitert oder gekürzt werden,

  • Miete für die Produktionsstätte, für Büros, für ein Lager usw.
  • Einkauf der Einzelteile, Werkstoffe, Technologien
  • Personalkosten für den Zusammenbau eures Produktes, die Programmierung einer Applikation usw.
  • Zahlt ihr einen Lohn, von dem eure Mitarbeiter gut leben können?
  • Werbe-Kosten (für ein Corporate-Design-Konzept, Werbe-Anzeigen, Radio-Werbung, Online-Marketing usw.)
  • Vertriebskosten, z.B. Programmierung eines Online-Shops, Personalkosten, usw.
  • Personalkosten für die Verwaltung, Buchhaltung, usw.
  • Gehälter für die Geschäftsführer
  •  …

Gebt am Ende bitte nicht nur eine Zahl an, sondern lasst die Jury an eurer Rechnung bzw. euren Überlegungen teilhaben. Wenn ihr euch mit einzelnen Kostenpunkten unsicher seid, versucht, diese im Internet oder im Bekanntenkreis zu recherchieren und somit zumindest näherungsweise Werte zu schätzen.

Wie hoch ist euer Preis? (20): Bitte gebt euren Preis an und erläutert, durch welche Überlegungen ihr auf diesen Preis  gekommen seid. Bei der Preisfindung macht es Sinn, sich an euren Kosten, an der Zahlungsfähigkeit der Kunden und auch an den Preisen der Konkurrenz-Produkte zu orientieren. Schaut im Internet nach, was Anbieter für vergleichbare Produkte verlangen.

Erläutert zudem, welche Preispolitik ihr verfolgt. Unter Preispolitik versteht man eine Strategie, die mit Hilfe des Verkaufspreises Kaufanreize setzen soll. Grundsätzlich existieren drei verschiedene Gesichtspunkte, an denen sich euer Unternehmen bei der Preisfindung orientieren kann: Kosten, Konkurrenz, Marktverhältnisse.

  • Die Orientierung an den Kosten: Der Preis richtet sich nach den Kosten. Hier muss beachtet werden, ob die Zielgruppe auch bereit ist, das Produkt zu diesem Preis zu kaufen. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, dass der Markt sogar einen viel höheren Preis akzeptieren würde.
  • Die Orientierung an der Konkurrenz: In der Regel gibt es zumindest ähnliche Konkurrenzangebote. Prüft deren Angebote. Vergleicht, ob Ihre Verkaufspreise in Bezug auf eure Kosten und Zielgruppen angemessen und realistisch sind.
  • Orientierung an der Nachfrage: Bei dieser Vorgehensweise orientiert sich der Preis in erster Linie an den Kunden. Zu welchem Preis kann das Unternehmen die meisten Produkte absetzen? In welcher Preiskategorie können die Gewinne maximiert werden?

Bitte gebt eure Planzahlen an (21): Die Planzahlen sollen zeigen, dass ihr euch Gedanken um die Zukunft eures Unternehmens gemacht habt. Gebt für das Jahr eins euren kalkulierten Jahresumsatz an. Der Jahresumsatz umfasst alle Verkäufe von Gütern und Dienstleistungen durch das Unternehmen innerhalb eines Jahres. Um den Umsatz zu berechnen, wird die verkaufte Menge mit dem Preis multipliziert. Die Kosten für das erste Jahr werden automatisch aus Feld 19 übernommen.

Schätzt dann die Werte für die beiden folgenden Jahre. Was sind eure Ziele für die kommenden Jahre. Die Zahlen sollten Sinn ergeben und die Entwicklung realistisch erscheinen – im Zweifel hilft eine gute Begründung in Feld 22.

Überlegungen, die als Grundlage für die Planzahlen dienen (22): Erläutert, weshalb ihr von der in Feld 21 angegebenen Umsatz- und Kostenentwicklung ausgeht und belegt über welche Quellen ihr Informationen über Umsatzzahlen und Kosten erhalten habt.

Solltet ihr im ersten Jahr bewusst mit einem Umsatz rechnen, der unter euren Kosten liegt, erklärt uns bitte, wie ihr dies in Zukunft ändern möchtet bzw. wie euer weiterer Plan aussieht.

 Ihr solltet mit Argumenten und/oder Quellen belegen können:

  • Wie wurde die Größe des Absatzmarktes bestimmt?
  • Woher habt ihr diese Informationen bezogen?
  • Durch welche Informationen habt ihr eine Schätzung eurer Verkaufszahlen vorgenommen?

Zum Schluss noch einmal ein allgemeiner Tipp: Es ist nicht vorgesehen, dass ihr Zeichnungen oder Berechnungen in der Businessplanmaske als Anlage hochladen könnt. Aber wer möchte, kann gerne hilfreiche Zusatzinformationen in einer Cloud hochladen und den Link bei den jeweiligen Quellenangaben in der Businessplanmaske hinterlegen.

Wir wünschen allen Teilnehmern frohes Schaffen und viel Erfolg!

Euer „Jugend gründet“-Team

Businessplan Tipp 4 als PDF

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