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Businessplan – Tipp 1: Geschäftsidee

Erste wichtige Frage: Sind alle Mitglieder deines Teams angemeldet? Nur wer angemeldet ist, hat am Ende des Wettbewerbsjahres die Möglichkeit sich ein Zertifikat ausstellen zu lassen!

Mit eurer Geschäftsidee und einem ausgefeilten Businessplan legt ihr den Grundstein für eine erfolgreiche Teilnahme und erhöht eure Chancen auf einen der attraktiven Gewinne beträchtlich. Etwas Mühe kann sich also lohnen.

Jeder in der Businessplanphase erreichte Punkt wird in die zweite Spielphase mitgenommen. Bei der Businessplanbewertung können für jeden Businessplan maximal 1.200 Punkte vergeben werden. Dazu kann die Jury maximal 50 Bonuspunkte für ein konsequentes Nachhaltigkeits-Konzept vergeben. Zur Punktevergabe.

Was bedeutet ein konsequentes Nachhaltigkeits-Konzept? Es bedeutet nachhaltig wirtschaften und das heißt, freiwillig ökologische, soziale und ökonomische Dimensionen des Geschäftsvorhabens soweit wie möglich in Einklang bringen. Das Ziel sind zusätzliche Mehrwerte auf unternehmerischer und gesellschaftlicher Ebene.

Ausführlichere Informationen zum Thema in der JG Business Academy.

Am Anfang steht die Idee

Bevor ihr mit dem Ausfüllen des Businessplans auf der Webseite beginnen könnt, müsst ihr eine geeignete Geschäftsidee finden. Das geht manchmal ganz schnell, manchmal dauert es aber auch eine ganze Weile. Der Trost: Mit dem entsprechenden Willen und ein bisschen Arbeit kann jeder auf eine innovative Geschäftsidee kommen.

Falls ihr noch keine Idee habt, geht am besten strukturiert vor. Um eine gute Geschäftsidee zu finden, könnt ihr euer persönliches Umfeld betrachten, eure eigenen Hobbies und Interessen. Vielleicht gibt es dort einen Bereich mit Verbesserungspotenzial? Welche Probleme gibt es und wie könnten Lösungen aussehen? Oder gibt es einen Bereich, der euch nervt? Was könnte getan werden, um das abzustellen? Überlegt mit Freunden, was in eurer Schule, an eurer eigenen oder der Arbeitsstelle eurer Eltern, im Verein, in der Stadt, im Land oder sonst irgendwo auf der Welt gebraucht werden könnte, um die Arbeit zu erleichtern, Energie einzusparen, den Straßenverkehr zu revolutionieren, das Leben zu erleichtern, bunter zu machen, die Welt zu verbessern, oder, oder...

Ein anderer Ansatz wäre: Schaut, was es an neuen oder bewährten Technologien gibt und überlegt anschließend, welchem neuen Verwendungszweck diese Technologie nutzen könnte. Manchmal werden auch verschiedene bereits bekannte Technologien einfach neu miteinander verknüpft, um neuen Nutzen zu schaffen. Manchmal sind die utopischsten Ideen der Grundstein für eine neue Erfindung. Manchmal liegt die Innovation in einem Detail und manchmal in der Übertragung einer neuen Technik auf eine andere Anwendung. Auf jeden Fall lohnt es sich, aufmerksam durchs Leben zu gehen.

Das Internet bietet viele Möglichkeiten, eure Kreativität und visionäre Kraft in Gang zu bringen. Einige Anregungen findet ihr auf der Homepage von Jugend gründet unter dem Menüpunkt Inspirationen.

Lasst während der Ideenfindungsphase eurer Fantasie freien Lauf! Gemeinsam im Team geht die Ideenfindung oft leichter. Nehmt euch auch genügend Zeit für die Recherche! Denn mit der Geschäftsidee steht und fällt euer Businessplan.

Als Hilfestellung für die Ideenfindungsphase gibt es das Poster „Jugend gründet Canvas Businessplan“. Das Poster ist als Hilfsmittel gedacht, es kann auf der Webseite als DIN A 3-Poster oder als  beschreibbare PDF heruntergeladen oder als DIN A 1-Poster per E-Mail kostenlos bestellt werden (solange der Vorrat reicht).

Das Canvas-Poster veranschaulicht die Geschäftsidee übersichtlich auf einer Seite und kann Stück für Stück weiter entwickelt werden. Es ist ein Angebot, keine Pflicht. Für die Jurybewertung wird nur der mithilfe der Businessplanmaske online erstellte Businessplan herangezogen – in der Form, wie er zum Businessplanende am 9. Januar 2018 (13:59 Uhr) auf der Webseite gespeichert ist.

Sonder-(Preis)fall Social Entrepreneurship

Nicht jedes Unternehmen ist darauf aus, Gewinn zu erzielen. Auch Geschäftsideen für ein Non-Profit-Unternehmen können erfolgreich sein, aber auch sie müssen in irgendeiner Form finanziert werden. Solltet ihr eine Geschäftsidee aus diesem Bereich haben, dann beachtet bitte zusätzlich das Merkblatt Social Entrepreneurship.

Die Businessplan-Maske

Die Businessplan-Maske (Eingabemaske) auf der Webseite hilft euch, aus eurer Idee ein unternehmerisches Gesamtkonzept zu erstellen. Dazu werden die elementaren Daten abgefragt. Grundsätzlich gelten bei der Erstellung eines Businessplans die folgenden drei Punkte:

  • Der Businessplan dient euch als Planungs- und Kontrollinstrument. Der fertige Businessplan soll potenzielle Investoren, die Kapital zur Verfügung stellen, von einer Geschäftsidee überzeugen und euch selbst eine Bewertung über die Chancen und Risiken eures Unternehmens geben.
  • Beim Ausfüllen des Businessplans ist zu beachten, dass die Geschäftsidee, deren Innovation und das Verfahren so formuliert werden, dass auch außenstehende Dritte, denen ihr keine zusätzlichen mündlichen Erklärungen geben könnt, den Sinn eurer Idee verstehen und das mögliche Geschäftspotenzial erkennen können. Die Beschreibung darf auch mal etwas ausführlicher sein, sollte aber nicht ausschweifend werden. Denn die Jury muss  - ähnlich wie Investoren im echten Leben - viele Businesspläne lesen und weiß es daher sehr zu schätzen, wenn im Businessplan nur das steht, worauf es ankommt. Die Angaben "maximale Zeichenanzahl" über den jeweiligen Feldern in der Businessplanmaske sind dafür als eine Orientierung gedacht.
  • Beim Leser bzw. der Leserin des Businessplans sollten keine technischen oder marktspezifischen Vorkenntnisse vorausgesetzt werden. Alles was zum Verstehen der Geschäftsidee wichtig ist, muss im Businessplan erläutert werden. Bedenkt, dass die Businessplan-Jury sich während der Businessplanbewertung zum ersten Mal mit eurer Geschäftsidee und dem dahinter stehenden Verfahren beschäftigt. Nur wenn ihr die Innovation eurer Produktidee im Businessplan  nachvollziehbar beschreibt, wird sie für die Jury verständlich.

Die Geschäftsidee (1): Kern eures Businessplanes ist die klare und verständliche Darstellung eurer Produkt- bzw. der Geschäftsidee mit den wichtigsten Eigenschaften. Löst ihr Probleme? Weckt ihr neue Bedürfnisse? Handelt es sich um ein neues Produkt, ein neues Verfahren, einen neuen Werkstoff, ein neues Einsatzgebiet, eine neue Dienstleistung oder werden bestehende Produkte bzw. Leistungsangebote durch eure Innovation wesentlich verbessert? Achtet auch hierbei darauf, dass Nichtfachleute verstehen, worauf es bei eurer Geschäftsidee ankommt.
Stellt euch folgende Fragen und beantwortet sie mit euren Angaben im Businessplan, so gut wie möglich:

  • Was bietet ihr an?
  • Welche Probleme löst ihr mit eurer Geschäftsidee oder welche Bedürfnisse befriedigt ihr?
  • Gibt es darüber hinaus wichtige Rahmenbedingungen, die für das Verständnis eurer Geschäftsidee wichtig sind? Setzt ihr beispielsweise bestimmte Verhaltensweisen bei eurer Zielgruppe voraus.
  • Ergeben sich für eure Geschäftsidee Vorteile durch die Berücksichtigung nachhaltiger Aspekte?

Wie funktioniert's? (2): Geht davon aus, dass der Leser/die Leserin eures Businessplans keinen Schimmer davon hat, welche Verfahren und Technologien ihr wie einsetzen möchtet, damit ihr eure Geschäftsidee umsetzen könnt. Schließlich kennt die Businessplan-Jury weder euch noch eure Gedanken, die ihr euch im Vorfeld gemacht habt. Erläutert daher den Herstellungsprozess und wie ihr euch die Umsetzung eurer Geschäftsidee vorstellt.

Manchmal kann eine Zeichnung als Erklärung hilfreich sein. Zeichnungen und andere Dateien können dem Businessplan nicht als Anlage beigefügt werden. Aber: Ihr könnt eine Datei zum Beispiel auf www.dropbox.com, auf Google Drive oder bei anderen Anbietern hochladen und im Businessplan den Link angeben, wo die Informationen von der Jury eingesehen werden können.

Quellen (3): Grundsätzlich solltet ihr bei allen Quellen-Feldern angeben, woher ihr eure Informationen erhalten habt. Die in den Vorjahren immer wieder auftauchende Angabe „eigene Überlegungen“ ist nicht ausreichend. Eigene Überlegungen werden generell vorausgesetzt. Es wird jedoch darüber hinaus erwartet, dass ihr eure eigenen Überlegungen nachprüft und durch Recherche und gute Begründungen bestätigen könnt. Recherchieren könnt ihr natürlich auch im Internet, ihr könnt aber auch direkt bei Fachleuten nachfragen und auch andere Quellen nutzen.  
Als generelle Regel für die Angabe von Quellen gilt, dass die von euch genutzten Quellen anhand eurer Angaben ohne Verwechslungsgefahr zur Überprüfung wiedergefunden werden können. Beispiele:

  • Ihr sucht die Teilnahmebedingungen von Jugend gründet. Die Angabe „www.jugend-gruendet.de“ genügt nicht, sie ist zu allgemein. Die unmissverständliche Quellenangabe wäre „https://www.jugend-gruendet.de/wettbewerb/teilnahmebedingungen/ am 6.9.2017“. 
  • Auch bei persönlichen Gesprächen sollte der Gesprächspartner eindeutig identifizierbar und die Kommunikation nachvollziehbar sein. Beispiel: Telefonat mit Herrn Peter Schmidt, Entwicklungsingenieur bei der XY GmbH, am 26. November 2015, Kontaktadresse: peter.schmidt@xy-gmbh.de.
  • Bücher werden mit Titel, Verlag, Name des Autors und Seitenzahl wo der Inhalt steht, auf den ihr euch bezieht, zitiert.
  • Artikel aus Magazinen oder Zeitschriften werden mit Name des Magazins, Name des Autors, Titel des Artikels, Seitenzahl und Erscheinungsdatum zitiert.

Im Zweifelsfall kann es hilfreich sein, zusätzlich anzugeben, warum ihr euch gerade für diese Quellen entschieden habt.

Nutzen der Geschäftsidee, Innovation, USP (4): Worin liegt der Nutzen eurer Geschäftsidee aus der Sicht eurer Kunden? Was macht eurer Produkt, euer Handelsangebot oder eure Dienstleistung wertvoll für die Kunden? Warum sind Kunden bereit, Geld für dieses Angebot auszugeben?

Schaut bei der Beschreibung des Nutzens aus der Kundenbrille und geht auch ausführlich auf eure Innovation und das Alleinstellungsmerkmal eures Angebots ein. Hier sollte deutlich werden, was die herausragende Eigenschaft eures Produktes, eurer Handels- oder Dienstleistungsidee ist, wodurch sich euer Angebot von bereits am Markt bestehenden Angeboten unterscheidet.

Worin liegt die Innovation eurer Idee? Die Innovation kann etwas völlig Neues sein, oder auch eine Kombination aus bereits vorhandenen Angeboten. In der JG Business Academy findet ihr Informationen, was eine Innovation ist, sowie Beispiele dazu.

Der Schlüssel zum Erfolg sind zufriedene Kunden. Die Kunden werden für den Erwerb eurer Dienstleistung oder eures Produkts nur Geld ausgeben, wenn sie davon einen Nutzen haben. Und dieser Nutzen muss eben derart groß sein, dass es dem Kunden wert ist, dafür Geld auszugeben. Euer Angebot löst entweder ein Problem für den Kunden oder verschafft ihm einen Vorteil.  Erläutert hier also zunächst die Bedürfnisse der Kunden und erklärt dann, inwiefern eurer Produkt/eure Dienstleistung einen speziellen Nutzen bietet. Wichtig ist, dass ihr euch dabei bereits jetzt über eure Zielgruppen (siehe Punkt 5 und 6) im Klaren seid und wisst, worauf die Zielgruppen Wert legt. Geht dabei insbesondere auf den USP ein, den Unique Selling Point, also euer Alleinstellungsmerkmal. Oder anders gesagt, geht auf eure Innovation ein, auf das, was euch und eure Idee von den bisher auf dem Markt vorhandenen Konkurrenten unterscheidet.

Zum Schluss was Grundsätzliches 

Viele gute Geschäftsideen wurden nie verwirklicht, weil sich kein Kapitalgeber gefunden hat. Ein guter Businessplan kann es erleichtern, Kapitalgeber zu finden und damit die Geschäftsidee umzusetzen.  Deshalb wird auch bei Jugend gründet ein vollständiger, schlüssiger und gut recherchierter Businessplan besser bewertet als die Superidee, die nur mäßig und unvollständig in einem Businessplan umgesetzt wird. Damit die Ausarbeitung auf jeden Fall gelingen kann, gibt es direkt in der Eingabemaske Hilfetexte zu den einzelnen Punkten - unter dem Fragezeichen neben dem Eingabefeld. Viel Erfolg!

Businessplan Tipp Nr. 2 wird am 25. Oktober 2017 veröffentlicht.

Als PDF zum Ausdrucken: Businessplan-Tipp 1