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Planspiel-Tipps

Welche Daten in den Berichten sind für mich relevant?

Grundsätzlich

Zunächst einmal gilt ganz allgemein: Lest euch jede Periode in Ruhe die Berichte durch. Häufig sind es Kleinigkeiten, z.B. bei der Vorstellung strategischer Entscheidungsmöglichkeiten, die entscheidende Hinweise geben können. Oder vielleicht fragt ihr euch auch, warum ihr manchmal weniger Punkte in der Balanced Scorecard für neue Mitarbeiter bekommen habt und manchmal mehr – auch das kann möglicherweise mit Entscheidungen, die bereits einige Zeit her sind, zu tun haben. Achtet also jedes Jahr auch auf die Auswirkungen eurer strategischen Entscheidungen. Hinweise hierzu liefern die Kommentare jeweils auf der zweiten Seite der Vorjahres-Berichte unter „Weitere Ereignisse der letzten Periode“.

Start

Schaut euch zu Beginn in Ruhe den Gründungsbericht an. Relevant sind für euch in erster Linie folgende Daten: Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Unternehmen  ähnlicher Struktur und Größe (unter „Ihre Mitarbeiterpolitik“), wie wird sich der Markt entwickeln und wie viel geben Unternehmen mit vergleichbarer Größe und Wertschöpfung durchschnittlich für Werbung und Prozessoptimierung aus? Da ihr noch keinen Preis festlegen und noch keinen Absatz planen müsst, sind diese Informationen zunächst noch nicht entscheidend für eure erste Runde. Die Löhne und Gehälter sowie die Einstellungs- und Entlassungskosten für Mitarbeiter geben euch jedoch schon zu Beginn ein Gefühl dafür, mit welchen Summen ihr hier in Zukunft planen könnt.

Allgemein gilt: Je nach Strategie, für die ihr euch entscheidet (siehe auch Hinweise im Bericht „Wichtige Daten für Periode 1“), solltet ihr nun grundsätzlich entscheiden: Wer sich für die Premium-Strategie entscheidet und dementsprechend viele Experten und Vertriebs-Mitarbeiter einstellt, sollte dies auch bei den strategischen Entscheidungen stets im Hinterkopf behalten. Auch macht es Sinn, die Strategie, zum Beispiel in Krisenjahren, zu hinterfragen und bestimmte Aspekte (wie z.B. den Preis) anzupassen.

Betriebsergebnis

Das Erste was einem jeden „Jugend gründet“ Spieler beim Öffnen des Vorjahres-Abschlussberichtes ins Auge sticht, ist die große Grafik mit dem Betriebsergebnis. Dabei sollte man sich an dieser Stelle nicht blenden lassen. Klar, wirtschaftlicher Erfolg ist wichtig und wer längerfristig rote Zahlen schreibt, wird irgendwann vom Markt verschwinden (bei „Jugend gründet“ nach drei Jahren mit negativem kumulierten Betriebsergebnis in Folge). Aber, bei „Jugend gründet“ sind in erster Linie die Punkte aus der Balanced Scorecard relevant. Hier zählt das Betriebsergebnis (in Form der durchschnittlichen Umsatzrendite) natürlich rein – jedoch nur als einer von insgesamt sechs Punkten. Gut möglich, dass ihr die meisten Punkte im Planspiel erreicht, obwohl vielleicht ein oder zwei virtuelle Gegner eine höhere Umsatzrendite erzielt haben. Also: Schaut euch das Betriebsergebnis an und denkt über eure Kosten nach, solltet ihr ein negatives Betriebsergebnis vorliegen haben. Macht euch aber keinen Kopf, wenn virtuelle Gegner euch kurzfristig finanziell enteilen.

Marktforschungsbericht

Wie eingangs erwähnt, lohnt es sich, alle Berichts-Blätter in Ruhe durchzulesen – besonders in Krisenzeiten. Ab der zweiten Periode müsst ihr entscheiden, ob und wie viel Marktforschung ihr betreiben möchtet. Je nachdem, erhaltet ihr dann an dieser Stelle wenig oder mehr Informationen über eure virtuellen Wettbewerber und deren Entscheidungen.

Ganz wichtig ist zunächst der Vergleich der obersten beiden Zeilen: Ist der potenzielle Absatz größer als der tatsächliche, habt ihr euch verkalkuliert… oder auch verzockt ;) In diesem Fall war die Nachfrage nach eurem Produkt größer als euer Angebot, ihr hättet also mehr einkaufen müssen! Die Kunden sind deshalb zur Konkurrenz gegangen, die Kundenzufriedenheit wurde negativ beeinflusst und ihr hättet weit mehr Umsatz machen können.

Liegt euer potenzieller Absatz unter dem tatsächlichen, ist alles in bester Ordnung. Jedoch gilt es auch an dieser Stelle, in Zukunft gut zu kalkulieren: Je näher sich die beiden Zahlen kommen, desto weniger Produkte müsst ihr an den Lieferanten zurückschicken, was wiederum Kosteneinsparungen mit sich bringt.

Interessant sind natürlich auch Angaben wie der Preis, das aktuelle Werbebudget, die Anzahl der Mitarbeiter usw. Ihr könnt euer Produkt, sowie eure Erlöse und Kosten mit denen der Konkurrenz vergleichen und vielleicht sogar von dieser lernen. Bitte beachtet jedoch: Die strategischen Entscheidungen spielen oftmals über das gesamte Spiel hin eine Rolle. Ein Beispiel: Die Bekanntheit hängt nicht nur von den Ausgaben für Werbung ab, sondern auch von den verschiedenen Entscheidungen in den Vorperioden. Und, für die Mathematiker unter euch: Die Steigungen, die hinter den Berechnungen liegen, sind nicht linear. Heißt so viel wie: Wenn ihr 10 Euro für Werbung ausgebt und dafür z.B. 5 Punkte Bekanntheit dazu gewinnt, dann bedeutet das nicht, dass ihr bei 20 Euro Einsatz 10 Punkte bekommt.

Die Balanced Scorecard

Entscheidend für euren Erfolg beim Planspiel ist letztlich der Gesamtwert eurer Balanced Scorecard. Hier beschreiben sechs verschiedene Kategorien den Unternehmenserfolg. Dabei zählt wie oben erwähnt nicht nur der finanzielle sondern auch der immaterielle Wert eures Unternehmens. Wer Arbeitsplätze schafft und nachhaltig agiert, wer Innovationen fördert und sich in der Gesellschaft einbringt, aber auch wer gut vorausdenken, interpretieren und somit planen kann, hat das Zeug zum erfolgreichen Unternehmer. Deshalb spielen all diese Aspekte in eure Punktzahl mit ein.

Ziel ist es letztlich, diese Punktzahl zu maximieren. Dabei hat jeder Bereich gewisse Obergrenzen, es ist also nicht möglich „unendlich“ viele Punkte pro Kategorie zu erreichen. Für die sechs Werte-Bereiche gibt es in diesem Jahr folgende Obergrenzen:
Innovationsindex: 350 P
Gesellschaftliche Bedeutung: 300 P
Durchschnittliche Umsatzrendite: 400 P
Nachhaltigkeit: 280 P
Geschaffene Arbeitsplätze: 270 P
Planungsqualität: 300 P

Insgesamt könnt ihr demnach 1.900 Punkte erreichen, wobei das aufgrund von Zielkonflikten faktisch nicht möglich ist. Als kleine Orientierungshilfe: Wer die 1.650-Punkte-Marke knackt, ist auf einem guten Weg, zu den Besten zu gehören. Aber ruht euch nicht auf euren Erfolgen aus, die Erfahrung zeigt, dass gerade in der letzten Woche nochmals zahlreiche herausragende Versuche abgeliefert werden. Ab welchem Wert man es letztlich unter die Besten schafft und somit seine Chancen auf den Finaleinzug steigert, entscheidet letztlich ihr mit euren Leistungen ;)

Wie plane ich den Einkauf meiner Produkte?

Wie kann man den Einkauf der Produkte für die kommende Periode planen? Vorneweg sei dazu gesagt: Man kann letztlich so viel analysieren, interpretieren und kalkulieren wie man will – eine genaue Vorhersage des Verhaltens der Konkurrenz ist, wie im wahren Leben, nicht machbar.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich manch strategische Entscheidungen über mehrere Perioden auswirken und sich durch bestimmte Geschehnisse in den einzelnen Perioden unterschiedlich auf den Absatz und auch das Marktvolumen auswirken.

Ihr seht also: Eine Gleichung voller Unbekannter. Deshalb heißt es, gekonnt zu spekulieren. Ein gewisses Risiko eingehen muss man natürlich um möglichst viele Punkte für die Planungsgenauigkeit zu erreichen. Prinzipiell aber bleibt es dabei: Lieber ein paar Produkte zu viel bestellen und zurückschicken, als Kunden nicht bedienen zu können und sie somit in die Hände der Wettbewerber zu treiben.
Als Orientierung dient euch dabei zunächst das anstehende Wirtschaftswachstum (in eurem Markt). Der Wert steht in jedem Bericht auf der letzten Seite unter „Marktentwicklung“. Wenn ihr also in der aktuellen Periode 2.000 Produkte verkauft habt und ein Marktwachstum von 10 Prozent vorausgesagt wird, solltet ihr als Basis für eure Überlegungen mal mit 2.200 Produkten kalkulieren. Nun gilt es, weitere Einflüsse richtig zu interpretieren: Könnte die Wahl eurer strategischen Entscheidungen (dieser und der vorigen Perioden) Einfluss auf euren Marktanteil haben? Senkt ihr euren Preis oder steigert ihr eure Werbeaktivitäten, was zusätzlich den Absatz erhöhen könnte? An dieser Stelle sei auch nicht vergessen, dass die virtuellen Wettbewerber nicht immer intelligent handeln sondern auch ihre Fehler machen – schon allein deshalb kann der eigene Absatz teilweise um einige Prozentpunkte gesteigert werden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Gute Planwerte brauchen am Ende vermutlich einfach ein wenig Erfahrung im Planspiel. Ihr werdet merken, wie ihr hier zunehmend „treffsicherer“ mit euren Planungen werdet. Und wenn ihr mal komplett daneben liegt, macht euch nichts daraus: Das gab es in der Realwirtschaft bekanntermaßen auch schon häufig genug.

Wie kann ich meinen Punktestand optimieren?

Wie so oft im Leben geht es darum, Dinge auszuprobieren, ihre Auswirkungen zu interpretieren und daraus zu lernen. Am besten kann man solche Lerneffekte wohl erzielen, indem man sich zunächst all seine Entscheidungen notiert – zum Beispiel in einer Excel-Tabelle. Liegt man dann am Ende eines, sagen wir durchschnittlich guten Versuchs, bei einer gewissen Punktzahl, gilt es zunächst, sich die Zusammenstellung genauer anzusehen.

Solltet ihr hierbei feststellen, dass die eine oder andere Maximalpunktzahl erreicht wurde, gilt es natürlich dementsprechend für den Folgeversuch seine Schlüsse daraus zu ziehen. Ein Beispiel: Ihr habt bereits in P7 beim Innovationsindex die 350-Punkte-Marke geknackt. Wahrscheinlich waren einige strategische Entscheidungen dabei, die in Richtung Innovation abzielen. Gleichzeitig müsst ihr ja irgendwo anders Punkte liegen lassen haben, zum Beispiel bei der durchschnittlichen Umsatzrendite.

Unser Tipp: Geht eure Entscheidungen über die Perioden in eurer Excel nochmal durch. An welcher Stelle hätte es vielleicht auch ein zusätzlicher Experte weniger sein können, welche strategische Entscheidung könnte in Richtung Innovation zielen und macht es Sinn, sich hier umzuentscheiden, um beispielsweise die Werte bei „Gesellschaftliche Bedeutung“ hochzutreiben. Mit der Zeit werdet ihr feststellen, dass ihr ein Gefühl dafür bekommt, welche Entscheidung welche Auswirkungen mit sich bringt.

Bedenkt dabei einfach immer: Völlig überzogene Entscheidungen können euch in den Ruin treiben - oder den großen Erfolg bringen und manchmal ist das gesunde Mittelmaß der Schlüssel zum Erfolg…

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