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Mobilitätsrevolution - Diesel-Kraftstoff aus Wasser und CO2

Forschungsministeriun Wanka beim Betanken
Forschungsministerin Wanka beim Betanken

Dresden/Berlin, 21.04.2015. Die Dresdner sunfire GmbH hat am 23. März 2015 erstmals synthetischen Diesel-Kraftstoff aus Wasser und CO2 produziert und damit die Funktion der Power-to-Liquids-Demonstrationsanlage bewiesen. Die ersten fünf Liter des synthetischen, glasklaren und umweltfreundlichen Diesel-Kraftstoffs, destilliert aus der ersten Produktion des sunfire Blue Crude, fanden heute in Berlin einen prominenten Abnehmer: Bundesforschungsministerin Johanna Wanka tankte den Kraftstoff mit ihrem Dienstwagen Audi A8. „Wir sind zufrieden, dass wir unser Versprechen von der Inbetriebnahme mit Bundesforschungsministerin Wanka vom 14. November nun eingelöst haben“, sagte Christian von Olshausen, CTO von sunfire. Die Entnahme des ersten synthetischen Kraftstoffs aus der Anlage hat sunfire in einem Video dokumentiert.

Der hochreine, schwefelfreie, synthetische Kraftstoff überzeugt mit besonders umweltfreundlichen Eigenschaften, die der Premium-Automobilhersteller Audi bei Labortests bestätigte. „Die Eigenschaften sind besonders gut, weil der Kraftstoff keine Aromaten enthält - das heißt, er verbrennt rußfrei, weil er ganz gerade Ketten hat. Das führt zur sehr hohen Cetanzahl, der Oktanzahl des Diesels“, erklärt von Olshausen. „Und damit hat man ganz saubere und bessere Verbrennungseigenschaften: Der Motor läuft ruhiger und es entstehen weniger Schadstoffe.“

Im Vorfeld der 5. Statuskonferenz der BMBF Fördermaßnahme „Technologien für Nachhaltigkeit und Klimaschutz – Chemische Prozesse und stoffliche Nutzung von CO2“ äußerte sich Wanka begeistert über den Erfolg des Verbundprojekts SUNFIRE: „Mit Beispielen wie dem synthetischen Kraftstoff von sunfire verbindet sich Nachhaltigkeit mit technischer Innovation. Wenn es uns gelingt, CO2 breit als Rohstoff einzusetzen, leisten wir einen großen Beitrag zu Klimaschutz, Energiewende und Ressourceneffizienz und ebnen den Weg hin zu einer „Green Economy “.
Die Power-to-Liquids-Anlage soll künftig noch viel mehr leisten, als nur Kraftstoff liefern. Kern des PtL-Prozesses ist die Hochtemperatur-Wasserdampf-Elektrolyse, die in zwei Richtungen („reversibel“) gefahren werden kann. Einerseits wird mit Ökostrom synthetischer Kraftstoff, Wasserstoff oder Rohölersatz erzeugt. Anderseits ist es möglich, zuvor gespeicherten Wasserstoff zu nutzen, um Strom für das öffentliche Stromnetz bereitzustellen.

Ob und wann eine weitere, größere PtL-Anlage entstehen wird, steht derzeit nicht fest. „Das internationale Interesse an der Technologie ist weiter sehr groß, ist aber abhängig von den sich aus den regulatorischen Rahmenbedingungen ergebenden Geschäftsmodellen“, sagt von Olshausen. „Kommt der erste Kundenauftrag, sind wir ab 2016 bereit für eine Kommerzialisierung der Technologie.“

Finalist beim EDF Pulse Award

Mit der Entwicklung der reversiblen Elektrolyse hat es sunfire im hochkarätig besetzten Innovationspreis „EDF Pulse Award“ unter die zwei Finalisten in der Kategorie „Science & Energy“ geschafft.

ÜBER SUNFIRE

Die im Jahr 2010 gegründete sunfire GmbH entwickelt und produziert Hochtemperatur-Elektrolyseure (SOEC) und Hochtemperatur-Brennstoffzellen (SOFC) auf Basis des Solid Oxide Power Core (Festoxidzellen-Stack).
Hochtemperatur-Brennstoffzellen von sunfire ermöglichen, besonders effizient Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung zu produzieren. Dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung im kleinen Leistungsbereich gilt als Energiekonzept der Zukunft, denn Strom und Wärme werden bedarfsgerecht genau dort erzeugt, wo sie gebraucht werden.

Die Hochtemperatur-Elektrolyse spaltet Wasserdampf in Wasserstoff und Sauerstoff. Sie ist besonders effizient und wird mit erneuerbarem Strom betrieben. Der erzeugte Wasserstoff kann im Power-to-Liquids Prozess von sunfire effizient in Kraftstoffe gewandelt oder im Bereich H2-Mobilität oder der Industrie direkt verwendet werden.
Gegründet wurde sunfire von Carl Berninghausen, Christian von Olshausen und Nils Aldag. Unterstützt wird das Unternehmen von Business Angels, Bilfinger Venture Capital, dem ERP Startfonds der KfW, Total Energy Ventures sowie Electranova Capital, ein von EDF und der Allianz finanzierter Venture Capital Fonds.
Weitere Informationen unter www.sunfire.de