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#3 Mit dem Rucksack-Zelt als Stromlieferant auf Abenteuer

#3 ist der dritte Teil einer kleinen Interview-Serie mit außerordentlich erfolgreichen Teilnehmern beim Schülerwettbewerb „Jugend gründet“, dem bundesweiten Wettbewerb, der Gründergeist in die Schulen bringt. Jedes Schuljahr neu werden im Rahmen des Wettbewerbs von Schülern über 700 Businesspläne mit innovativen Geschäftsideen entwickelt. ‚ #3 ist das Interview mit Simon Baro, der mit seinem Team 2015 mit dem ersten Preis, einer geführten Rundreise mit Unternehmensbesichtigungen und Gründergesprächen, ausgezeichnet wurde.

 

Du bist als Schüler ins Silicon Valley gefahren, hast Start-up und große Unternehmen besucht. Was hat dich bei deinen Besuchen und Gründergesprächen im Silicon Valley am meisten überrascht?

Am meisten überrascht hat mich die Atmosphäre im Silicon Valley. Man hatte das Gefühl, dass die Menschen auf der Straße alle von ihrer Arbeit und ihren Ideen besessen sind. Da waren ein Feuer in den Augen und eine Zielstrebigkeit, die ich sonst nirgendwo auf der Welt so gesehen habe. In jedem Café, an jeder Straßenecke, sogar im Fast-Food-Restaurant konnte man sehen, wie grundlegend anders die Menschen hier denken, und mit welcher Leidenschaft und Energie diese Menschen das machen, was wir Alltag nennen.

Wann und wo hat dich das Gründerfieber gepackt?

Spätestens nach dem Gespräch mit Steli Efti hat mich das Gründerfieber so richtig gepackt. Er hatte sich zum Mittagessen mit uns getroffen um uns zu erzählen, was er so macht und wie er aus Deutschland ins Silicon Valley kam. Steli war so energiegeladen und begeisternd beim Erzählen, dass ich mehrere Minuten vergaß, dass ich eigentlich Hunger hatte und seit 20 Minuten einen köstlich dampfenden Teller vor mir stehen hatte. Ähnlich ging es auch Steli, der seinen Salat nach 45 Minuten Gespräch, oder sagen wir eher 45 Minuten durchgehender Rede, einpacken ließ, um ihn auf dem Weg zur Arbeit zu essen. Die Begeisterung, die er versprühte, kannte ich bisher nur von einigen wenigen Erlebnissen in meinem Leben insbesondere einem Schlüsselereignis beim Jugend-gründet-Wettbewerb. Das ist der Moment, indem man eine geniale Idee hat, die auf fruchtbaren Boden fällt, die ein abgedroschenes Hirngespinst plötzlich zu einem realen Produkt macht, das noch besser ist, als man es sich in seinen kühnsten Fantasien ausgemalt hat. Plötzlich wird einem klar, was man zu tun hat, und dass es möglich ist, es auch zu tun. Ich glaube, dann hat man den Antrieb wirklich über sich hinauszuwachsen und so charismatisch und zielstrebig zu werden, wie es einige Leute im Silicon Valley sind. Und genau diesen Antrieb möchte auch ich in meinem Leben. Das Gefühl etwas Geniales zu schaffen, das von einem selbst stammt und alle Hindernisse zu überwinden, die sich einem in den Weg stellen.

War es für dich und dein Team schwierig, eine innovative Geschäftsidee zu entwickeln?

Ja, vor allem war es schwierig auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Wir hatten die verschiedensten Ideen, die wirklich nichts miteinander zu tun hatten. Es war nicht so, dass wir zufällig auf etwas gestoßen wären, das es noch nicht gibt und erfunden werden müsste, vielmehr suchten wir aktiv (und oft krampfhaft) nach einer Idee. Jeder konnte sich für etwas begeistern, das aber vom Rest der Gruppe für kompletten Schwachsinn erklärt wurde. So kam es zu einigen Konflikten in der Gruppe, und nach mehreren quälenden Wochen setzten unsere Lehrer uns ein Ultimatum, ansonsten würde sie unsere Gruppe teilen. Eine Woche nach diesem Ultimatum kam uns dann der eben beschriebene Einfall, der die Ursprungsidee von meinem Freund Adrian, zu etwas ganz anderem werden ließ, das so genial war, dass wir doch vereint das Rennen machen konnten, nämlich ein mit Farbstoffzellen bestücktes Zelt. Stück für Stück kamen noch einige andere Einfälle dazu, die es dann zu dem Zelt machten,  mit dem wir den Wettbewerb sogar gewinnen sollten.

Welches Thema treibt dich gerade um?

Mich treibt nicht ein bestimmtes Thema um, sondern viele. Ich mache schon seit langem sehr viel Sport, und mich begeistert nicht nur der aktive Teil des Praktizierens verschiedener Sportarten, sondern auch die damit verbundenen theoretischen Teile wie Trainingswissenschaft und Ernährung seit Jahren. Seit dem ich die Schule letztes Jahr beendet habe und die Berufswahl ansteht, lese ich viele Sachbücher über Themen die mich gerade besonders interessieren. Ich probiere mich in verschiedenen Bereichen aus, versuche offen für Neues zu sein, und mich damit breit aufzustellen für das was noch kommt. Das beinhaltet das Ausprobieren von Berufen, Sportarten, Hobbies, Ernährungs- und Lebensweisen, und natürlich das Ausschau halten nach einer weiteren zündenden Idee.

 

#1 Von den Problemen der Oma zur Start-up Idee

#2 Spagat zwischen unternehmerischem Denken und sozialem Mehrwert