Skip to main content

1. Warum gründet man ein Start-Up?

Wie oft sitzt man mit Freunden zusammen, spinnt ein bisschen und fragt sich dann, warum eigentlich noch niemand für ein bestimmtes Problem eine einfache Lösung gefunden hat? Man überlegt, informiert sich, bastelt und entwickelt eine Art Plan. So fängt es meist an mit der Gründungsidee.

Und genau hier sind erfolgreiche Gründer, wie Robert Bosch (Bosch), Ferdinand Porsche (Porsche), Anita Roddick (The Body Shop), Larry Page (Google), Jessica Alba (Honest Company) oder Oliver Samwer (Rocket Internet) einen entscheidenden Schritt weiter gegangen: Sie haben nicht nur eine Idee gehabt, sie haben auch versucht sie umzusetzen. Sie haben gegründet, und sie waren damit erfolgreich.

Laut des Global Entrepreneurship Reports werden folgende Eigenschaften mit Gründern assoziiert:

Und die Wissbegierde und positive Lebenseinstellung führen schließlich dazu, dass erfolgreiche Gründer, wie Robert Bosch, Marc Zuckerberg, Ferdinand Porsche, Larry Page, Jessica Alba oder Oliver Samwer den einen entscheidenden Schritt gemacht haben: Sie hatten nicht nur eine Idee, sie haben auch versucht sie nach eigenen Vorstellungen umzusetzen. Sie haben sich selbstständig gemacht.

Gründer oder Angestellter

Ein Projekt betreuen, eigene Entscheidung treffen, einen Umsetzungsplan erstellen, eine Deadline haben und Budgetverantwortung tragen, so arbeiten heute viele Angestellte. Und insofern ähneln sich die Aufgabenbereiche von Gründern und leitenden Angestellten sehr. Den Chef, der ständig mit strengem Blick kontrollierend über die Schulter schaut, gibt es heute kaum noch. Vertrauen auf die Fähigkeiten der Mitarbeiter ist die Basis moderner Arbeitsbeziehungen. Rechenschaft für das Geleistete und Nicht-Geleistete abzulegen gehört natürlich trotzdem weiterhin dazu. Beim Angestellten ist es der Vorgesetzte oder Chef, dem gegenüber man sich verantworten muss. Unternehmer und Gründer verantworten ihr Handeln dem Kunden gegenüber: „Der Kunde ist König!“ und somit in gewisser Weise dann der Chef.

Aufgabe Aufgabe: Fülle die Lücken mit den passenden Begriffen, so dass ein sinnvoller Text im Hinblick auf die Unterschiede und Ähnlichkeiten von selbstständiger und unselbstständiger Arbeit entsteht.

Wähle zunächst eine Option durch einen Klick aus und klicke anschließend auf die richtige Lücke

  • Angestellter
  • weisungsgebunden
  • Kunden
  • selbstständig
  • Selbstständiger
  • geringfügig
  • verantwortlich

Als arbeitet man meist im Rahmen des zugewiesenen Aufgabenbereichs. Als ist man nicht , aber man tut gut daran die Wünsche des Kunden zu erfüllen. Aufträge und Projektarbeit unterscheiden sich insofern nur . Ein großer Unterschied liegt in der Frage, wer letztlich gegenüber den für die Erfüllung ist.

 

Unterschiede zwischen Angestellten und Selbstständigen

Was aber ist der Unterschied zwischen beruflicher Selbstständigkeit und Angestelltenverhältnis, wenn eigentlich jeder Angestellte, vom Projektmitarbeiter bis hin zum Lehrer, im Rahmen seines Aufgabenbereichs eigenständig und selbstverantwortlich arbeitet? Was zeichnet die echte Selbstständigkeit im Vergleich zu einem modernen Arbeitsverhältnis sonst noch aus?

Zufriedene Gründer

Selbstständigkeit hat Vor- und Nachteile, ganz klar: Manches Mal weiß man nicht, was am Ende des Monats, geschweige denn am Ende des Jahres passiert. Doch, wer den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, der ist offensichtlich damit zufrieden:

Ergebnis einer Online-Befragung von VGSD/deskmag/ gruendungszuschuss.de zwischen dem 17.12.2015 und 28.01.2016
Ergebnis einer Online-Befragung von VGSD/deskmag/ gruendungszuschuss.de zwischen dem 17.12.2015 und 28.01.2016

Eine überwältigende Zufriedenheit kennzeichnet Menschen, die selbstständig arbeiten. Warum das so ist? Vielleicht, weil sich ihre Erwartungen an die Selbstständigkeit erfüllen.

Aufgabe Aufgabe: Wer selbstständig arbeitet, ...

... kann selbst bestimmen, wann gearbeitet wird.
... kann jeden Monat mit dem Eingang eines bestimmten Betrags auf dem Konto rechnen
... muss auch mal einen Monat arbeiten ohne dafür entlohnt zu werden.
... ist im allgemeinen zufriedener als Angestellte

Gründe für die Selbstständigkeit

Eine Gründung basiert immer auf einer Geschäftsidee. Sie alleine ist aber meist nicht der Grund dafür, warum sich Menschen selbstständig machen. Sie erwarten mit der Gründung etwas zu erreichen, zusätzlich zur Realisierung der Idee. Die Ziele und Gründe für die Entscheidung zur Selbstständigkeit sind vielfältig; wie auch die Produkte, mit denen die Gründer auf den Markt gehen. Einige Gründe, sich selbstständig zu machen, finden sich jedoch immer wieder. Das zeigt das Ergebnis einer Umfrage von PWC unter Start-up-Unternehmen in Deutschland (Quelle: Start-up-Unternehmen in Deutschland 2017 externer Link).

www.pwc.de: Start-up-Unternehmen in Deutschland 2017
Die Grafik basiert auf den Zahlen der Studie von pwc: Start-up-Unternehmen in Deutschland 2017

Die Gründe im Detail:

Die eigene Idee wurde im Meeting verworfen. Die Chancen, die mit den Veränderungen einhergehen würden, wurden nicht erkannt. Die ganze Arbeit war umsonst. Das frustriert. Die eigenen Ideen nach den eigenen Vorstellungen verwirklichen zu können, ist ein Grund, warum sich 66 Prozent der Befragten  selbstständig machen.

Nicht immer muss es die eigene Idee sein, mit der man sich selbstständig macht. Vielleicht hat ein Freund oder auch ein Fremder eine überzeugende Geschäftsidee und ist auf der Suche nach Partnern mit ganz bestimmten Fähigkeiten. Eine überzeugende Geschäftsidee ist auf jeden Fall ein guter Grund zu gründen.

65 Prozent der Befragten gaben an, dass die überzeugende Geschäftsidee für sie Motivation für die Gründung eines Start-ups ist.

Auch wenn es anfangs oftmals eine Zeit mit sehr wenig Einkommen zu überbrücken gilt, der Schritt in die Selbständigkeit sollte sich auf Dauer auch finanziell lohnen. 

Wenn es gut läuft, bestimmen Selbständige am Ende des Monats selbst, wie viel im eigenen Geldbeutel bleibt. Während Angestellte in regulären Jobs bei Gehaltsverhandlungen irgendwann das Ende der Fahnenstange erreichen, müssen Selbständige diese Verhandlungen gar nicht erst führen. Auch wenn die Chancen gut stehen, besser zu verdienen als im Angestelltenverhältnis, sollte nicht vergessen werden, dass Selbstständige die Kosten für ihre Krankenversicherung und die Altersvorsorge aus eigener Tasche bezahlen müssen.

Der Glaube an den Erfolg ist eine wichtige Motivation - sagten 63 Prozent der Befragten.

Als Unternehmer kann man im Rahmen der Bedingungen, die von Kundenseite gestellt werden und die der Markt zulässt, selbst festlegen, wann man arbeitet, wie viel man arbeitet und welche Schwerpunkte man legt.

Beispiel Arbeitszeit:  Auch wenn in vielen Unternehmen heute Gleitzeit und Home-Office möglich sind, so gründen trotzdem vor allem Frauen mit Kindern, weil Ihnen die Selbstständigkeit auf Grund der höheren Flexibilität und Selbstbestimmung eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bietet, als ein Angestelltenverhältnis.

63 Prozent aller Befragten gaben die Möglichkeit, eigene Interessen einzubringen und umzusetzen, als Grund für ihre Selbstständigkeit an.

62 Prozent der Befragten gaben als Motivation zur Gründung eines Start-ups die Leidenschaft für die Sache an.

Wen die Leidenschaft packt, der gibt alles. Ist mit vollem Herzen dabei. Eine Gründung aus Leidenschaft ist daher ein erfolgversprechendes Motiv. Bei aller Leidenschaft sollte nicht vergessen werden, die Gründung wohl zu überlegen und gut zu durchdenken.

Selbst Verantwortung für den Unternehmenserfolg zu haben, gaben 60 Prozent der Befragten als Motiv zur Gründung eines Start-ups  an.

Der Traum, keinem nörgelnden Vorgesetzten, sondern nur sich selbst verpflichtet zu sein. Sich die eigenen Regeln setzen, wann der Arbeitstag beginnt und wann er endet. Endlich das zu tun, was man liebt. Anstatt eine kleine Arbeitsbiene zu sein, leitet man den ganzen Staat, gibt den Ton an und entscheidet selbst, welche Aufgaben man übernimmt und welche die Angestellten. Sein eigener Chef sein ist für 53 Prozent der Befragten Motivation, sich selbstständig zu machen.

Fazit: Die Motive für die Gründung eines Start-up Unternehmens sind so unterschiedlich wie die Gründer selbst.

Aufgabe Aufgabe: Analysiere die oben genannten Punkte und begründe, warum Du sie im Hinblick auf die Selbstständigkeit für Dich persönlich eher als Vor- oder Nachteil einstufen würdest

Hier kannst du deine Lösung eintragen und nach dem Klick auf "Lösen" mit der Musterlösung vergleichen


Die Angst vor dem Scheitern

 

Wer gründet, hat meist eine Idee, an dem das Herz hängt. Wer gründet, arbeitet hart daran, viele, viele Stunden und voller Leidenschaft, diese Idee zu verwirklichen. Doch wer gründet, muss sich auch damit befassen, was passieren könnte, wenn sich der Erfolg nicht oder nicht so wie geplant einstellt.

Man könnte scheitern. Scheitern ist kein Makel. Bestimmt erinnert sich jeder an eine Situation, in der er selbst schon einmal in der Schule oder in der Freizeit gescheitert ist. Gründern geht es nicht anders. Nur die wenigsten haben mit der ersten Idee gleich den großen Durchbruch. Viele schaffen es erst beim zweiten oder dritten Anlauf. Das ist nicht schlimm, sondern im Gegenteil eine Chance:

Aus Fehlern lernt man - hinterher ist man schlauer.

Diese Binsenweisheit formuliert eine Wahrheit. Wer nicht beim ersten Rückschlag aufgibt, hat einen großen Vorteil gegenüber anderen: wertvolle Erfahrungen. Wer einmal gegründet hat, hat so viel gelernt, wie es in kaum einem anderen Job möglich ist. Wer sich dann den Fehlern, die beim Gründungsversuch passiert sind, stellt und sie ehrlich analysiert, der startet mit großem Vorsprung in den nächsten Marathon.

Leider ist die Angst vor dem Scheitern in Deutschland für viel zu viele Menschen ein Grund, das Gründen überhaupt erst gar nicht zu wagen.

Quelle: Ager 2015, Global Entrepreneurship Report, Amway 2015
Quelle: Ager 2015, Global Entrepreneurship Report, Amway 2015

Dabei sind die Ängste, die mit dem Scheitern verbunden sind, in vielen Fällen unbegründet. Denn man kann selbst viel dafür tun, die Risiken zu minimieren und wird auch von staatlicher Seite im Fall des Scheiterns nicht für seinen Mut bestraft, sondern im Gegenteil soweit als möglich aufgefangen.

Sechs Wege Risiken zu minimieren

Planen. Wichtig ist zuallererst mit einem realistischen Plan an die Sache heranzugehen. Dazu gehört es, sich vorab intensiv zu informieren, realistische Ziele zu setzen und dann hart dafür zu arbeiten.

Versicherungen. Man kann und sollte sich privat absichern: für den Krankheitsfall und die Berufsunfähigkeit, für Unfälle, Berufshaftpflicht und das Alter.

Risiken minimieren. Nicht alles auf eine Karte setzen. Streut die Risiken und macht euch nicht von einem einzigen Kunden abhängig. Schnell mal kann ein einzelner Kunde seine Meinung ändern.

Bescheiden sein. Am Anfang besser nicht gleich viel Geld für eine Protzlobby ausgeben, sondern vor allem Wert auf das Produkt und seine Entwicklung legen.

Die Wahl der Rechtsform. Die passende Rechtsform zu wählen kann viel dazu tun, das (finanzielle) Risiko für die Gründer zu minimieren. Mehr dazu im Lernmodul Rechtsform.

Soziale Absicherung. Auch wenn alles schief geht, steht man nicht gleich auf der Straße. Der Staat bietet eine Vielzahl an Unterstützungsmaßnahmen, die einem dabei helfen können, zurück auf die Beine zu kommen.

Der Staat fördert Gründung. Warum?

Es gibt unzählige Maßnahmen, direkt und indirekt, Fördermittel und Angebote von seiten des Staates, die es zum Ziel haben Gründer und Start-ups zu fördern. Warum eigentlich? Welches Interesse hat der Staat an neuen Unternehmen und Menschen, die selbstständig arbeiten?

Aufgabe Aufgabe: Warum fördert der Staat Gründung?

Hier kannst du deine Lösung eintragen und nach dem Klick auf "Lösen" mit der Musterlösung vergleichen