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Der Nutzen von Jugend gründet

Ein Lehrer kommt zu Wort

"Ich habe gesehen, was solche Erfolge mit jungen Menschen machen. Dass da auf einmal leuchtende Augen entstehen. Und die mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein durch die Welt laufen, weil sie besondere Erfahrungen gemacht haben. Das möchte ich noch möglichst vielen anderen SchülerInnen ermöglichen. Ich hätte gerne, dass möglichst viele junge Leute erleben, was sie mit Leistung alles erreichen können. Und dass sie diese Grunderkenntnis für ihr Leben mitnehmen können. Also dass ich letztendlich durch meine Lernangebote Menschenleben im positiven Sinne nachhaltig bereichern kann."

Frank Wagner arbeitet an den Beruflichen Schulen in Bebra und unterrichtet in der 11. und 12. Klasse der Fachoberschule Wirtschaft und Informatik. Besondere Erfahrungen mit Entrepreneurship Education hat er aber schon davor an der Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld gemacht. Highlight war der Gesamtsieg eines von ihm als Lehrercoach betreuten Schülerinnen-Teams bei „Jugend gründet“ im Wettbewerbsjahr 2013/2014. 

Das ausführliche Interview mit Frank Wagner finden Sie auf der Webseite Unternehmergeist macht Schule

Ein Teilnehmer kommt zu Wort

Garry Spanz. Fotograf Paul Rauh, Internatsschule Schloss Hansenberg
Garry Spanz. Fotograf Paul Rauh

Internatsschule Schloss Hansenberg

Haben Sie durch die Teilnahme an Jugend gründet neue Kompetenzen entwickelt?
Ja, mehrere. Die eine ist das Business-Modeling. Das wird in der Schule sonst nicht gelehrt. Hier geht es um Fragen wie: Wie gehe ich an das Problem heran? Welche Aspekte muss ich bedenken? Wie kann man es strukturieren? Welche Methoden gibt es dafür?

Wir haben auch unterschiedliche Brainstorming-Techniken ausprobiert, zu denen uns unser Lehrer-Coach Herr Rauh damals ermuntert hatte. Das waren tolle Techniken, die wende ich nach wie vor an. Darüber hinaus die Teamkompetenz. Über einen langen Zeitraum an einer komplexen Aufgabe in der Gruppe arbeitsteilig zu arbeiten. Das war etwas, was ich in dem Ausmaß im Schulunterricht nicht erlebt hatte.

In der späteren Phase des Wettbewerbs kamen Themen wie z. B. Finanzplanung hinzu. Durch das BWL-Studium kenne ich inzwischen weitreichendere Methoden. Aber wenn ich damals direkt aus der Schule heraus hätte gründen wollen, hätte mir das geholfen.

Und am Ende des Wettbewerbs, die Präsentationen vor der Jury. Jugend gründet ist wie eine Messe konzipiert. Man hat dann schlussendlich einen Stand, wo man seine Unternehmensidee darstellen muss. Dadurch entwickelt man Präsentations- und Verkaufskompetenz.

Garry Spanz, ehemaliger Teilnehmer und Sieger von Jugend gründet. Siehe auch die Seite Alumni-Netzwerk.

Best Practice

Beispiel bbs1 Arnoldi Schule Göttingen

Beispiel bbs1 Arnoldi Schule Göttingen

Nachhaltige Unterrichtsentwicklung mit Jugend gründet

(Auszug aus der Bewerbung Jugend gründet Schulpreis 2015 vom 15. April 2015)

Die Integration des Wettbewerbs Jugend gründet in das Curriculum Betriebswirtschaftslehrer der Klassenstufe 12 im Beruflichen Gymnasium Wirtschaft ist für uns ein Beispiel für gelungene Unterrichtsentwicklung. Seit 2014 ist Jugend gründet Bestandteil des regulären Unterrichts in den Fächern Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen/Controlling (erstes Prüfungsfach), Praxis sowie Informationsverarbeitung.

Nötig war eine Anpassung der Lerngebiete des Lehrplans an die Wettbewerbsstruktur. Während der Erarbeitung des Businessplans im ersten Halbjahr werden im Lerngebiet "Prozesse der Marktkommunikation" die Bestandteile der Business Plan Canvas theoretisch fundiert und erörtert- Des Weiteren wenden die Schülerinnen und Schüler mit der Entwicklung ihres Geschäftsplanes Methoden des professionellen Projektmanagements an. Im Lerngebiet "Kosten und Leistungen erfassen, analysieren und zurechnen" lernen die Schülerinnen und Schüler die Deckungsbeitragsrechnung kennen. Damit erhalten sie das nötige Rüstzeug für die Planspielphase. Das Planspiel wird in Blockform an zwei Tagen gespielt.

Anschließend verfassen die Schülerinnen und Schüler ihre Projektarbeit zum in den Rahmenrichtlinien verankerten fächerübergreifenden Projekt zu ausgewählten strategischen Entscheidungen innerhalb des Planspiels.

Die folgenden schulischen Handlungsprodukte gehen unmittelbar aus dem Wettbewerb hervor und dienen als Bausteine der Leistungsbewertung in den beiden Semestern.

 

Business PlanPlanspiel
Elevator Pitch Geschäftsidee (Oktober)Netzwerk zum Planspiel
(März/Blockveranstaltung)
Projektplanung für Businessplan (Oktober)Controlling-Bericht zum Planspiel
Planung Soll-Ist-Vergleich mit Ursachenanalyse für die jeweiligen Perioden (März Blockveranstaltung)
Präsentation des Businessplans (Januar)Projektarbeit zu strategischer Entscheidung
wissenschaftspropädeutische Arbeit mit Theorie- und Praxisteil als Klausurersatzleistung (März-April)
Präsentation zur Planspielsimulation mit externen Gutachtern als Klausurersatzleistung in Informationsverarbeitung

Beispiel Internatsschule Schloss Hansenberg, Geisenheim

Beispiel Internatsschule Schloss Hansenberg, Geisenheim

(Auszug aus der Bewerbung zum Jugend gründet Schulpreis 2015 vom 29.4.2015)

Mit Jugend gründet eine neue Welt entdecken: Schulprofil, Förderung, Herausforderung, Wettbewerbskultur, und Vorbereitung auf die Zukunft.

Die Internatsschule Schloss Hansenberg  wurde im Juli 2003 als Oberstufengymnasium mit Internat vom Land Hessen für besonders leistungsmotivierte junge Menschen gegründet. Gute Leistungen in den Klassen 8-9, hohes Interesse an Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften, soziale Verantwortungsbereitschaft, und das Durchlaufen eines Assessmentcenters sind Voraussetzungen für die Aufnahme in die Oberstufe. Die Schule  wird als Public-Private-Partnership vom Land Hessen mit Unterstützung eines internationalen Unternehmens geführt.

Das besondere Schulprofil wird durch das Schulprogramm mit den Schwerpunkten im Bereich MINT  und PoWi  sowie Sozialkompetenz und Verantwortungsübernahme in Internat und Schule gefordert und gefördert. Das Motto der Schule ist daher: „Begabung entfalten – Gemeinschaft gestalten“ . Diese zwei Leitgedanken lassen sich am besten mit interaktiven, selbst gesteuerten, teamorientierten, und spiralcurricular aufgebauten Projekten umsetzen. Der zweistufige, bundesweite Online-Wettbewerb des BMBF bietet dazu alle Möglichkeiten digitaler und analoger Kommunikation, Information u. Interaktion. Jugend gründet (JG) dient als zentrales Entrepreneurship Education Jahresprojekt, das Schüler ganz anders, d.h. praktisch, lebensnah, begeisternd in die Welt der Wirtschaft begleitet.

Wettbewerbskultur und Öffnung der Schule nach innen: Fachübergreifende Kooperation

Bundesweit geförderte, externe Jahres-Wettbewerbsprojekte bieten nicht nur für die Schüler, sondern auch schulintern starke Anreize zu vermehrter Kooperation und Kommunikation zwischen den Fachbereichen, den Fachkollegen und mit den Lehrern und den Schülern höherer Klassen. In diesem System werden hier "Senioren", also Schüler des JG-Vorjahres als Betreuer der jungen JG-Teams eingesetzt.

Zweitens wird die Zusammenarbeit der Fächer und Kollegen durch diese Form der Jahresprojektarbeit verstärkt, da gerade bei JG oft naturwissenschaftliche, mathematische und informationstechnische Fragen im Rahmen der anspruchsvollen Businessidee gelöst werden müssen. Intern kooperieren alle „Schüler-Senioren“ und NaWi-Kollegen, um die Schülerteams in Fachfragen zu beraten, Tipps und Erfahrungen weiterzugeben und bei Businessplan und Präsentation zu beraten.

Die Aufgabe des Lehrers als Coach definiert sich hier im Vergleich zum klassisch-modernen Unterricht anders: Nicht als Anleiter, Gestalter, oder Vermittler von Wissen im Auftrag der Lehrpläne des Landes, sondern als Psycho-Coach oder Mental-Trainer bei Team internen Schwierigkeiten, Begleiter im eigenverantwortlichen Team- und Produktidee-Findungs-Prozess, als Vermittler von externen Fach-Kontakten, oder zentral als Motivator in Hängephasen.

In diesem Bereich der internen Öffnung der Klassenzimmer, der Öffnung der Fachlehrer und der Schülergenerationen untereinander, werden wichtige Schlüsselkompetenzen geschult: Team- und Projekt-Arbeit, Kommunikation, verantwortliches, fachübergreifendes, vernetztes Denken und Handeln. Und zwar für alle am Projekt beteiligten Lehrkräfte, Schülergenerationen, Externe.

Zugleich dient diese zukunftsorientierte Projektarbeit der Binnendifferenzierung in der Schule: Bislang unterforderte Schüler können sich neu erproben, andere entdecken neue Talente, Migranten und Individualisten können sich einbringen, Mädchen erproben Führungsstile, Lehrer erfahren sich als Lernende und Partner. Ein ganz anderer Geist der Schule entsteht.

Aktivitäten der Schule im Bereich Entrepreneurship Education und Begründungen

Im Folgenden werden Aktivitäten der Schule eher stichwortartig mit Begründung aufgezählt:

  • Basis der Facharbeit sind der Unterricht im Fach PoWi sowie die jährliche Wirtschaftswoche
  • Wirtschaftswoche mit den Systemplanspielen ÖKOWI und WIWAG führt Grundlagen ein
  • Projektarbeit in den Systemplanspielen wird ergänzt und erweitert durch externe Fachvorträge
  • JG wird in Klasse 10 als Erst-Jahres-Wettbewerb als freiwillige Arbeitsgemeinschaft eingeführt
  • Jugendliche bilden eigenverantwortlich ihre Teams, und „erfinden“ ihre Businessidee. JG-Vorjahresteams coachen als Senioren je ihre Teams, mit entsprechenden Vorteilen
  • Kreativitätstraining und Präsentations- oder Planspiel-Training geleitet je durch Senioren
  • durch den L-Coach  oder externe Experten wird im Jahresverlauf Wirtschaftswissen vermittelt
  • die wöchentlich, freiwilligen, 90-Minuten Meetings bieten Kommunikation, Interaktion, Motivation
  • die 2 JG -Wettbewerbsphasen sind klar im Jahresverlauf aufgebaut, spiegeln reale Gründung
  • die Zwischenfinals bieten Coaching, Beratung und Kontakte, aber auch Motivation, Erfahrungen
  • Finals bieten Präsentations-, Kommunikations-, Wettbewerbs-Erfahrung auf höchstem Niveau

Eingerahmt werden im Jahresverlauf die JG-Projektarbeiten z.B. durch…

  • die Teilnahme an der Gründerwoche des BMWi, Workshop z.B. Thema Kreativität   
  • Vortrag zur Gründerwoche mit Unternehmerinnen-Gespräch, Katrin Klauer, Wiesbaden  
  • wissenschaftliche Vorträge zu diversen Themen im Bereich Wirtschaft und Wissenschaft 
  • Kooperation mit Hochschulen, z.B. Accadis-Hochsch., Thema „Kreativität u. Businessplan“
  • Zusammenarbeit mit regionalen Behörden, z.B. Bürgermeister Frank Kilian bei Wettbewerben
  • öffentliche Vorträge d. JG-Ideen, z.B. „Gründerforum Kiedrich“ oder „Oberursel-Wertetage
  • Online-Information u. Interviews mit Schülern und Coach - Erfahrungen mit Unternehmergeist
  • internationale Kooperation u. Symposien im Bereich Entrepreneurship Education, z.B. mit OECD

Der Geist der Schule und die Vorteile interner und externer Kooperation: Schulleitung

  • Projekt-Zusammenarbeit der Fachkollegen verhilft zu einem verbesserten Hansenberg-Spirit
  • dies geschieht völlig natürlich durch JG-Themen zentrierte Kommunikation und Kooperation
  • Schüler beobachten, Lehrer, Sozialpädagogen, Eltern kooperieren mit Unternehmens-Experten
  • Schulleitung fördert daher fachübergreifende Projekte wie Jugend gründet oder Praktika
  • Motto und pädagogisches Leitbild „Begabung entfalten – Gemeinschaft gestalten“ wird real.

Wettbewerbskultur u. Öffnung d. Schule nach außen: Kooperation mit Paten u. Partnern

Eltern als Berater, Betreuer, Unternehmenspaten, Partner

  • Eltern der Internatsschule werden intensiv per Mail informiert über Wettbewerbe und Projekte
  • der JG-Coach präsentiert 2 Mal p.a. bei Schulelternbeirat die Erfahrungen, Ergebnisse, Feedbacks
  • denn im Rahmen von JG werden die Eltern auch von den Schülern anders wahrgenommen
  • durch die eigenverantwortliche, freie Projektarbeit werden Eltern zu Beratern, Betreuern, Paten
  • in manchen Fällen werden Eltern als Unternehmenspaten gewählt und völlig neu erfahren
  • eigene Erfahrungen der Schüler werden mit den Berufserfahrungen der Eltern verglichen
  • aus dem hohen Anspruch der beiden Planspielphasen bei JG entsteht neue Kommunikation
  • Eltern werden von den Kindern als gleichwertige Partner neu erlebt, klasse Leistung von JG
  • in der Anlage werden einige neue Erfahrungen der Eltern in persönlichen Statements und Testimonials gespiegelt. Sie dokumentieren die Anerkennung der Leistungen des JG- Projekts.

Unternehmenspaten als Coaches, Betreuer, Trainer, Begleiter

  • Herausragende Bedeutung bei JG haben die selbst gewählten Unternehmenspaten als Coaches
  • U-Coaches begegnen Schülern unverkrampft, u. als Helden, Vorbild, Berater, Trainer erlebt
  • U-Coaches können die Schüler ganz anders, direkt, extern, als Autorität begleiten, beraten
  • überraschend ist oft die Entdeckung, dass Trainer auch nicht alles wissen, aber erfahren sind
  • U-Paten bilden feste Brücke zur Wirtschafts-/Arbeitswelt, zentral für Entrepreneurship Education
  • Vielfalt der Tipps, teils gegensätzlich, teils revolutionär wird von den Schülern honoriert
  • besonders freuen sich JG-Teams auf die kritische Betreuung bei JG- Zwischenfinals und Finals
  • hilfreich sind die JG-Zusatzangebote: Online-Tests, Reihe „Tipps“, E-Learning, Business Model Canvas
  • die Alumni der JG-Plattform, und die eigenen JG-Alumni begleiten schnell und intensiv.

Partnerschulen, Hochschulen, Kommune, Kammern, Institutionen als Ideengeber u. Juror

  • mit JG beginnt 2015-16 eine weitere Partnerschaft mit Nachbarschule St. Ursula, Geisenheim
  • neue Kooperation mit der Hochschule Geisenheim bietet weitere naturwiss. Potentiale 
  • Hochschulen wie European Business School, Frankfurt School of Finance bieten Fachvorträge
  • Gründerwoche, Steinbeis-Institut, IHK Wiesbaden, AK SchuleWirtschaft referieren/beraten
  • Unternehmen z.B. Commerzbank bieten in Workshop Fähigkeit zu volkswirtschaftlichen Analyse
  • Stiftungen wie z.B. Friedrich Ebert Stiftung führen Workshops zu VWL-Themen durch
  • RKW-Kompetenzzentrum, Mittelstandsförderung Eschborn, erstellt mit Schüler einen Video
  • Kapital-und Business-Angels beraten Teams auch in kniffligen Fragen der Finanzierung
  • Kammern wie IHK-Wiesbaden beraten Schüler bei Berufsorientierung, Studium, Gründung
  • Behörden wie z.B. der Bürgermeister der Stadt Geisenheim beteiligen sich an Projekten 
  • Eltern, regionale Unternehmer u. Politiker, Experten aus Verbänden u. Parteien sind Juroren

Fazit

Mit Jugend gründet werden Schülerinnen und Schüler (durch das modulare, systematisch gestufte, spiralcurricular sich aufbauende Konzept von erlerntem Fachwissen und neu erworbenen Schlüsselkompetenzen) optimal auf die Welt der Arbeit und des Studiums vorbereitet.

Entrepreneurship Education, verstanden als recht breites Konzept des mündigen, selbständigen, sozialen, kreativen, vernetzten, leistungsorientierten, verantwortungsvollen und zukunftsorientiertem Denken und Handeln, lässt sich so mit JG besonders gut umsetzen. Schüler der Oberstufe bereiten sich auch schon auf Studium, Praktika und Berufsleben vor. Dazu bedarf es gründlichen Fachwissens und klarer Methodik, aber auch sozialer und personaler Schüssel-Kompetenzen, die mit systematisch gestuften, spiralcurricular angelegten Jahres-Wettbewerbs-Projekten (wie z.B. Jugend gründet) besonders gut zu erschließen sind . Diese key factors wirken nachhaltig, wie wissenschaftliche Studien und persönliche Alumni-Feedback belegen. Nachhaltigkeit zeigt sich in der über Jahre kontinuierlichen Durchführung von Jugend gründet.

Beispiel Lichtenstern-Gymnasium, Sachsenheim

Beispiel Lichtenstern-Gymnasium, Sachsenheim

(Auszug aus der Bewerbung zum Jugend gründet Schulpreis 2016 vom 31.3.2016)

Ökonomie als Motor der Schulentwicklung

Pädagogische Ideen und Konzepte entwickeln und dabei Schule in ihr gesellschaftliches Umfeld öffnen – mit diesem Anspruch der Schulen in Trägerschaft der Schulstiftung der evangelischen Landeskirche Württemberg bietet das Lichtenstern-Gymnasium einen bewährten Weg zur allgemeinen Hochschulreife und ergänzt das staatliche gymnasiale Bildungsangebot modellhaft. Mit dem Schuljahr 2002/2003 startete das Evang. Lichtenstern-Gymnasium ein in Deutschland zum damaligen Zeitpunkt einmaliges Schulprofil. Ökonomie als grundständiges Unterrichtsfach ab Klasse fünf existiert seitdem als staatlich anerkannter Schulversuch. Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt, lernen die Sektoren unserer Wirtschaft kennen und können als jugendliche Wirtschaftsbürger die Folgen ihrer Handlungen abschätzen. Das Profilfach „Ökonomie“ will die Schülerinnen und Schüler an eine aktive Teilhabe am Wirtschaftsleben heranführen. Dazu zählen auch zahlreiche didaktische Elemente, in denen die Schülerinnen und Schüler unternehmerisches Handeln kennenlernen und einüben. Unser christliches Unternehmerleitbild orientiert sich am Ideal des „ehrbaren Kaufmanns“, der langfristig Verantwortung für das eigene Unternehmen, die Gesellschaft und die Umwelt übernimmt.

Klasse 5:

Die Fünftklässler lernen das marktwirtschaftliche Prinzip von Angebot und Nachfrage kennen und organisieren selbst einen Flohmarkt am Tag der offenen Tür. Sie müssen eigenständig Entscheidungen über den Namen ihres Marktstandes, über ihr Sortiment sowie über die Preisgestaltung treffen. Von den erwirtschafteten Gewinnen müssen die Schülerinnen und Schüler wie bei allen anderen Schülerfirmenaktivitäten eine zehnprozentige Steuer abführen. Alle „Steuereinnahmen“ der Schule werden einmal im Jahr an Projekte weitergeleitet, die das Lichtenstern-Gymnasium über viele Jahre partnerschaftlich begleitet. Das sind die Schulaktivitäten im Massaidorf Olereko im kenianischen Hochland, das Village Pioneer Project in Nigeria, die Kirchliche Sozialstation in Sachsenheim sowie neu der Arbeitskreis Asyl in Sachenheim.

Bei einer Exkursion zum ortsansässigen Lebensmittelmarkt haben unsere Fünftklässler zudem die Möglichkeit, mit der Eigentümerin über die unternehmerischen Entscheidungen im Supermarkt zu sprechen.
Momentan prüfen wir am Lichtenstern die Lektüre des Jugendbuches „Die Eisbäckerei“, in dem die Gründung eines Unternehmens altersgerecht thematisiert wird.

Klasse 6:

Mit unserem Bildungspartner TRUMPF / Ditzingen führen wir seit dem Schuljahr 2011/12 das Schülerfirmenprojekt „School2Start-up“ nach der Konzeption der Wissensfabrik Deutschland e.V. durch. Von der Entwicklung einer Geschäftsidee, eines Firmenlogos, der Bildung von Abteilungen, der Wahl von Geschäftsführern über Kreditanfragen bei einer Bank und dem Verkauf der Geschäftsidee auf Weihnachts- oder sonstigen saisonalen Markttagen bis hin zur Abrechnung des Bankdarlehens und der Abwicklung des Unternehmens führen wir dieses Schülerfirmenprojekt regelmäßig durch.

Klasse 7:

Regionale Wirtschaftsgeschichte und Wirtschaftsgeografie sind Themen des Ökonomieunterrichtes in Klasse 7. Neben bahnbrechenden technischen Weiterentwicklungen und Erfindungen kam mit der Industrialisierung das Unternehmertum auf. Der rasante Aufstieg der englischen Unternehmerfamilie Peel (Textilindustrie) dient uns am Lichtenstern-Gymnasium als frühes Beispiel. Der Bau der Ostbahn an der Geislinger Steige wurde maßgeblich vom Mühlenbetreiber Daniel Straub vorangetrieben. Als Visionär ist er ein Beispiel für den schwäbischen Unternehmergeist gepaart mit dem Verständnis für die technischen Möglichkeiten seiner Zeit. Kapital, Natur und Arbeit kommen in der Person Daniel Straubs und seiner Mühlenstandorte im Geislinger Rohrachtal zusammen und führen sein unternehmerisches Handeln zum Erfolg. Die Maschinenfabrik Geislingen (MAG, heute
zu Heidelberger Druck) sowie die Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) gehen auf das unternehmerische Handeln Daniel Straubs zurück.

In einer mehrtägigen Klassenradfahrt erkunden wir abschließend bereits im zwölften Jahr den mittleren Neckarraum, „erfahren“ mit den Schülern, was Industrialisierung bedeutet und wie sie in der Realität aussieht. Bei einem Besuch des Bosch-Archivs in Stgt.-Feuerbach erleben die Siebtklässler Leben und Werk des Stuttgarter Unternehmers Robert Bosch vom kleinen Werkstattbetrieb zu einem weltweit wirtschaftenden Konzern mit 300.000 Mitarbeitern.

Klasse 8

Ein Schwerpunkt in diesem Schuljahr bildet die Organisation der Arbeit, d.h. die Leitungsfunktion des Entrepreneurs. Die Schülerinnen und Schüler simulieren anhand des haptischen Planspiels „Baumarktmanager“ betriebliche Abläufe und erproben anhand eines Fischertechnik-Modulbaukastens die Leistungsfähigkeit verschiedener Fertigungsverfahren.

Klasse 9

Im schuleigenen Lehrplan der Klasse 9 ist das Thema „Existenzgründung“ explizit als Unterrichtseinheit ausgewiesen. Anhand der Fallstudie „Gründung einer Disco“ setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit Themen wie Standortwahl, Finanzierung oder Konkurrenz auseinander.

Jugend gründet in Klasse 10

Von den vier Unterrichtsstunden Ökonomie sind im zehnten Schuljahr zwei Stunden für praktische Erfahrungen reserviert. Ein Teil der Schülerinnen und Schüler engagiert sich in unserer nachhaltigen Schülergenossenschaft „EventStar eSG“. Daneben haben Schüler in der Vergangenheit „Junior“- Projekte angemeldet. Mit dem Schuljahr 2015/16 haben wir umgestellt und bieten erstmals am Lichtenstern-Gymnasium das Wettbewerbsprojekt Jugend gründet an. Unsere bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv. Die Schülerinnen und Schüler, die sich für dieses Projektangebot entschieden haben, sind mit Engagement dabei. Die aktuellen Platzierungen haben unsere Erwartungen weit übertroffen, da unsere Schüler sicher eher zu den jüngeren Teilnehmern zählen. Vielleicht auch ein Indiz dafür, dass die Kenntnisse aus dem Ökonomieunterricht der zurückliegenden Klassenstufen, auf die unsere Schülerinnen und Schüler zurückgreifen können, das Verständnis für den Wettbewerb erleichtern.
Neu aufgenommen in unser Schulcurriculum Ökonomie haben wir in Klasse 10 die Themen „Industrie 4.0 – Wie das Internet der Dinge unsere Arbeits- und Konsumwelt verändert“ sowie „Innovationen“.

Ausblick

Ein erstes Jahr im Wettbewerb Jugend gründet hat uns überzeugt. Zukünftig werden wir mit unseren Klassen 10 jährlich teilnehmen. Die Idee unserer Schüler eine „Höhle der Löwen“ als Investorenmesse in die Businessplanphase zu integrieren, werden wir aufnehmen. Erste Gespräche mit regionalen Unternehmern wurden bereits geführt. Eine erste Zusage gab uns Frau Kaufmann vom Sachsenheimer Getränkelogistiker Winkels (Alwa, Fontanis, Griesbacher…). In einem solchen Gremium sehen wir auch die Aufgabe unserer zukünftigen Bildungspaten. Angeregt durch die Wettbewerbsteilnahme kam von einem Schüler die Idee, Kontakt mit dem Startup frizle zu knüpfen. Ein erstes Vorgespräch für einen Unterrichtsbesuch hat stattgefunden.

Geplant ist zudem am Ende dieses Schuljahres unsere Wettbewerbsdebütanten aus Klasse 10 als Schülermentoren für die zukünftigen Teilnehmer einzusetzen. Eine Motivation für unsere Schülerinnen und Schüler zu einer engagierten.

Beispiel Berufliche Schulen Bebra

Beispiel Berufliche Schulen Bebra

(Auszug aus der Bewerbung Jugend gründet Schulpreis 2016 vom 22.3.2016)

Erfolgreicher Neustart im Schuljahr 2014/15

Im hessischen Lehrplan für die Fachoberschule (Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung) ist für die 12. Klasse vorgesehen, das Themenfeld „Unternehmensgründung“ mit den Schüler(inne)n durchzuarbeiten. An den Beruflichen Schulen Bebra wird seit dem Schuljahr 2014/15 ein erprobtes, fächerübergreifendes und praxisnahes Unterrichtskonzept eingesetzt, das es den Schüler(inne)n ermöglicht, sich die Inhalte von „Entrepreneurship Education“ im Zusammenhang und weitgehend selbstgesteuert erarbeiten zu lassen. Als Ergebnis der Unterrichtsarbeit nehmen die Schüler/-innen in Teams am Planspielwettbewerbs Jugend gründet teil und erstellen im ersten Halbjahr der 12. Klasse einen Businessplan zu einer selbstständig erarbeiteten innovativen Produktidee. Im zweiten Halbjahr bereiten sie sich intensiv auf ihre Abschlussprüfung zur Allgemeinen Fachhochschulreife vor und nutzen freie Zeiträume um an der Wirtschaftssimulation des Wettbewerbes Jugend gründet teilzunehmen.

Unterrichtskonzept/Lernmöglichkeiten

Das an den Beruflichen Schulen Bebra umgesetzte Unterrichtskonzept ist eine konsequente Weiterentwicklung eines an der Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld entstandenen lernfeld- und fächerübergreifenden Unterrichtskonzeptes das dort u. a. zum Deutschen Lehrerpreis nominiert war. In das Unterrichtskonzept fließen die umfangreichen Erfahrungen der eingesetzten Lehrkräfte im Bereich Entrepreneurship Education ein. Dadurch erleben die Schüler/-innen der Fachoberschule Wirtschaft und Verwaltung den Unterricht und das Lernen sehr praxisnah und -relevant. Insbesondere im Hinblick auf Schülermotivation und Leistungsbereitschaft zeigen sich bereits im zweiten Jahr der Umsetzung erkennbare Erfolge, die sich auch in relativ guten Platzierungen in einem sehr starken Wettbewerbsumfeld bei Jugend gründet festmachen lassen.

Bemerkenswert ist, dass die eigentlich schlechteren Bildungsvoraussetzungen der Fachoberschüler/-innen im Vergleich zu den (überwiegend gymnasialen) Mitbewerbern, durch das Unterrichtskonzept und die damit einhergehende höhere Motivation, scheinbar nicht mehr so stark ins Gewicht fallen.

Das Unterrichtskonzept ermöglicht den Schüler(inne)n die unterschiedlichen und eigentlich unabhängig voneinander unterrichteten Themen- und Aufgabenfelder des Faches Wirtschaft lernfeld- und fächerübergreifend (auch mit den Unterrichtsfächern Physik, Chemie, Biologie oder Deutsch) in die Erarbeitung des Businessplanes einzubringen. Wesentliche Zusammenhänge der Themen- und Aufgabenfelder Marketing, Unternehmensgründung, Leistungserstellungsprozesse, Volkswirtschaftslehre, Projektmanagement usw. werden für die Schüler/-innen erkennbar und lassen sich durch den handlungsorientierten Ansatz leichter in einen großen Zusammenhang stellen. Da sich die Schüler/-innen einen Businessplan für ihre eigene, selbst gesuchte Produktidee erarbeiten, steigt die Freude am Lernen, die Leistungsbereitschaft und mithin das Lernergebnis.

Praxiskontakte/Vernetzung

Die Schüler/-innen profitieren dabei nicht nur durch bessere und nachhaltigere Lernergebnisse sondern auch durch Vernetzungsmöglichkeiten mit der regionalen und überregionalen Wirtschaft. Bei der Suche nach innovativen Produktideen werden nämlich nicht nur interessante Praxiskontakte mit der heimischen Wirtschaft gefunden, auch die Wirtschaftsjunioren Bad Hersfeld-Rotenburg (http://www.wj-hef-rof.de/startseite.html) sind auf dieses vielversprechende Schulprojekt aufmerksam geworden und bringen ihre langjährige Erfahrung als Unternehmer oder Führungskraft als „Pate“ in die Arbeit der Teams an den Businessplänen ein. Auch der Marketing-Director (Alexandre Blumenthal) des weltweit führenden Computerherstellers Lenovo konnte dafür gewonnen werden, (am 13.11.2015) einen Vortrag über die Marketing-Praxis in einem Weltkonzern an den Beruflichen Schulen Bebra zu halten. Dabei stellte er elementare Bezüge zwischen schulischer Theorie und seiner beruflichen Praxis her und gab den Schüler(inne)n darüber hinaus Tipps für ihre künftigen Karrieren.

Ein weiterer Praxiskontakt konnte zu einer lokalen Marketing-Agentur (http://www.ultraviolett.net/) hergestellt werden, die die Schüler(inne)n z. B. in der Vorbereitung auf die Teilnahme zum 1. Jugend gründet Hessen Cup in Fulda unterstützt hat.

Die Kompetenzen aller Schüler/-innen in Bezug auf das Präsentieren ihrer Arbeiten werden am Ende des Schuljahres bei der „Investorenmesse“ gefordert und gefördert. Hier stellen alle Teams ihre Produktidee an Messeständen und in einer kurzen PowerPoint-Präsentation einer Jury aus Wirtschaftsjunioren und der Schulleitung vor. Die Wirtschaftsjunioren loben für die besten Präsentationen jeweils nennenswerte Sachpreise aus. Im Schuljahr 2014/15 durfte das Gewinnerteam mit ihrem ehemaligen Lehrer zur Prämierungsveranstaltung des „echten“ Businessplanwettbewerbes „Promotion Nordhessen“ (www.promotion-nordhessen.de) am 04.03.2016 nach Kassel fahren. Hier treffen die jugendlichen „virtuellen Unternehmensgründer“ auf echte Unternehmensgründer, die ihr Unternehmen bereits erfolgreich am Markt und im Wettbewerb platziert haben und können sich weitere Ideen für ihre berufliche Zukunft erarbeiten.

Auch bei Tagen der offenen Tür (z. B. am 21.11.2015) werden die beeindruckenden Lernergebnisse künftigen Fachoberschüler(inne)n und der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.

Ein Grußwort der besonderen Art - Michel Junge phaeno

Unternehmer und Top-Manager kommen zu Wort

Julius von Ingelheim

Unternehmergeist zeigt sich darin,

  • Chancen am Markt zu erkennen,
  • Ideen auszubrüten, diese Chancen wahrzunehmen und
  • aus diesen Ideen marktgängige Produkte und Dienstleistungen zu machen.

Deutschland ist ein Unternehmerland mit langer Tradition und mit großem Erfolg. Dies ermöglicht uns unseren hohen Lebensstandard. Um diesen nachhaltig zu sichern, genügt es nicht, unsere Talente, unsere Human Ressourcen, in der exzellenten Bildungsinfrastruktur in Deutschland allein fachlich zu qualifizieren. Junge Menschen müssen auch mit dem Wunsch infiziert werden, mit dem erworbenen Know-how  „etwas zu unternehmen“ – und zwar nicht nur als qualifizierte Arbeitnehmer, sondern auch als selbständige Unternehmer. Wir haben in unserer Region einen der renommiertesten Lehrstühle für Entrepreneurship, wo junge Menschen befähigt werden, unternehmerisch tätig zu werden.

Julius von Ingelheim, Sprecher des Vorstands der Wolfsburg AG

Kathrin Markl

"In einer zumeist quartalsgetriebenen Unternehmensumgebung bedeutet Geschwindigkeit alles. Und wer zu langsam ist, bezahlt mit Umsatzeinbußen und darauffolgenden Kostensenkungsmaßnahmen, die dann direkt  die Mitarbeiter (be-) treffen.
Ein Unternehmen wie auch seine  Manager müssen sich immer neu erfinden um in dieser Welt zu überleben. Bis vor einigen Jahren mussten ausschließlich Manager und Vorstände unternehmerisch denken und handeln. Heute ist jeder Angestellte mehr und mehr gefordert unternehmerisch - im Sinne des Unternehmens zu handeln - um einer etwaigen kritischen Marktsituation zu begegnen und damit nicht nur auf verhältnismäßig "langsame" Entscheidungen der oberen Führungsebenen zu vertrauen."

Kathrin Markl, HR Director Central Region Germany, Lenovo

Prof. Dr. Sven Fischbach

"Unternehmergeist ist für mich ein kreatives, konstruktives und zielorientiertes Schaffen zum Wohle einer (wie auch immer gearteten) Unternehmung. Unternehmergeist bedeutet durch Einsatz des Kopfes/Geistes unternehmerisch besseres zu bewirken: Bedürfnisse zu befriedigen, aber auch zu wecken, die Wirtschaftlichkeit von Produkten und Prozessen zu verbessern und damit auch mit den Ressourcen nachhaltiger umzugehen sowie gerne Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen.
Erfolgreich werden Angestellte letztlich nur dann sein, wenn sie unternehmerisch denken. Dieser Unternehmergeist sichert den eigenen Arbeitsplatz und schafft Wohlstand, Zufriedenheit und Karrierechancen."

Prof. Dr. Sven Fischbach, Professur für Controlling, Finanz- und Rechnungswesen, Leiter der berufs-integrierenden Bachelorstudiengänge BWL (BIS) am Fachbereich Wirtschaft der Fachhochschule Mainz

Hermann Brinkmann

„Unternehmergeist heißt für mich, mit offenen Augen durch den (Arbeits-) Alltag zu gehen, Verbesserungspotentiale zu erkennen und zu heben und Marktchancen wahrzunehmen. Bis 2018 will der Volkswagen Konzern ökologisch und ökonomisch an der Spitze der Automobilindustrie stehen. Dies ist nur möglich, wenn alle Mitarbeiter dazu beitragen, die Innovations- und Produktqualität sicherzustellen. Die dafür notwendigen Schlüsselqualifikationen wie Problemlösefähigkeit, Engagement, Eigeninitiative und wirtschaftliches Denken und Handeln sind fester Bestandteil unseres Ausbildungskonzepts hier am Standort Wolfsburg."

Hermann Brinkmann, Berufsausbildung Wolfsburg, Kaufmännische Berufe, Volkswagen Coaching GmbH

Florian Beutenmüller

Unternehmergeist ist für mich viel mehr als nur ein Unternehmen zu gründen und dieses möglichst wirtschaftlich zu leiten. Vor allem die Möglichkeit neue kreative Ideen zu entwickeln und eigenverantwortlich umzusetzen und dabei stets Ressourcen und Marktchancen im Blick zu behalten zeichnen guten Unternehmergeist aus.
Unternehmergeist gehört aber nicht nur in die Unternehmensführung, sondern sollte auch von allen Angestellten gelebt werden. Denn nur wenn alle an einem Strang ziehen - vereint durch eine gemeinsame Vision -, kann ein Unternehmen erfolgreich sein.

Florian Beutenmüller, Geschäftsführer mecodia GmbH, ehemaliger erfolgreicher Jugend gründet-Teilnehmer

Florian Demaku

Unternehmergeist heißt für mich, die eigene Begeisterung und Vorstellungen mit den Erfordernissen von Kunden, Märkten und Unternehmen zusammenzubringen. Zentral ist dabei die Möglichkeit, eigene Ideen auszuarbeiten und in die Tat umzusetzen. Das Ganze verbunden mit der Freiheit dabei auch Fehler machen zu dürfen.
Diese grundsätzliche Offenheit und positive Einstellung gegenüber neuen Ideen, aber auch Rückschlägen, ist auch für Angestellte vorteilhaft. Oft wissen diese am besten wo es klemmt und in welchen Bereichen man Dinge verbessern kann. Wichtig ist deshalb eine Unternehmenskultur die stetigen Austausch und die Umsetzung von Vorschlägen fördert.

Florian Demaku, Projektmanager mecodia GmbH, ehemaliger erfolgreicher Jugend gründet-Teilnehmer

Interview mit einem Unternehmer: René Marius Köhler

Wie kamen Sie auf die  Idee, ein Unternehmen aufzubauen?

Ich habe bereits früh die ersten Geschäftsideen geprüft, für mich war schon immer klar, dass ich einmal Unternehmer werden würde. Unter anderem wollte ich eine Imbisskette eröffnen, mir schwebte auch eine Automatenvideothek vor. Alle Ideen, die ich testete, verwarf ich aus unterschiedlichen Gründen jedoch schnell wieder. Mit fahrrad.de einen Onlineshop zu gründen, kam mir erst, als ich eine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann im Laden meines Vaters begann. Er betrieb am Stuttgarter Westbahnhof ein großes Fahrradgeschäft. Die Idee, die Bikes dann auch über das Internet zu verkaufen, lag quasi auf der Hand. Hier erzielte ich schnell erste Erfolge, deshalb entschied ich mich, diese Geschäftsidee zu vertiefen und mich voll darauf zu konzentrieren.

Was war zuerst da: die Geschäftsidee oder der Wunsch ein Unternehmen zu gründen?

Definitiv der Wunsch, Unternehmer zu werden. Bereits als kleiner Junge las mir mein Vater keine Gute-Nacht-Geschichten vor. Ich wollte immer, dass er mit mir Geschäftsideen diskutierte.

Was war der Funke, diese Idee dann auch in die Tat umzusetzen?

Das Geschäftsmodell erschien vielversprechend – mit dem Kauf der Domain www.fahrrad.de hatte ich von Anfang an sehr gute Platzierungen im Onlinemarketing, wodurch ich von Beginn an relativ viele Bikes verkaufen konnte. Aus diesem ersten Onlineshop wurden mittlerweile sehr viele, nicht nur im Inland, sondern auch international – der Grundstein für internetstores war gelegt.

Welche Schritte auf dem Weg in die Selbständigkeit würden Sie ändern oder auf jeden Fall beibehalten?

Ich würde auf jeden Fall wieder so früh ein Unternehmen gründen – ich war 20. Gerade wenn man jung ist, hat man wenige Verpflichtungen und kann sich ganz auf seine Geschäftsidee konzentrieren. Natürlich lernt man auch aus den Fehlern, die man während der Gründung des Unternehmens gemacht hat. Vielleicht muss man aber genau diese Fehler machen, um ein wirklich guter Entrepreneur zu werden.

Was ist cool am Unternehmersein?

Sein eigener Chef zu sein ist toll. Ich bin der Kopf eines jungen, dynamischen Unternehmens und führe mittlerweile mehrere hundert Mitarbeiter. Natürlich bringt das auch große Verantwortung mit sich. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen sich auf mich und ich gebe jeden Tag mein Bestes, ihr Vertrauen zu stärken. Natürlich ist es toll, Chef eines Unternehmens zu sein. Dennoch muss man sich immer bewusst sein, dass man nur durch ein starkes Team soweit gekommen ist.
Gemeinsam mit meinem Team habe ich mit internetstores bereits einiges erreicht – diesen Prozess zu sehen und bei jeder wichtigen Entscheidung hautnah dabei zu sein, ist ein geniales Gefühl.

Was ist das Wichtigste, wenn ein junger Mensch Unternehmer werden möchte?

Das Wichtigste, wenn man Unternehmer werden möchte, ist der unbedingte Wille, etwas zu erreichen und auf eigenen Beinen stehen zu wollen. Auch von Pleiten darf man sich nicht aus der Bahn werfen lassen. Dennoch ist es wichtig, nicht zu sehr an schlechten Ideen zu hängen. Man muss sich auch von unprofitablen Projekten wieder trennen können. Wenn es dann aber läuft, dann muss man am Ball bleiben und in anderen Bereichen zurück stecken können.

Alles rund ums Fahrrad im Internet bietet René Marius Köhler. Die Eltern waren bereits schon im Fahrradhandel tätig, als er sich 2003 selbständig machte. Der Gründer wagte den Sprung in die Selbständigkeit mit dem Online-Shop  www.fahrrad.de. Angefangen hat es nur mit zwei Radmodellen aus dem Handel seiner Eltern und nun bietet Köhler fast alles für’s Fahrrad sowie die Fahrradeigenmarke "VOTEC" an. Inzwischen betreibt er weitere Onlineshops zu den Themen Fahrrad, Fitness, Sport und Lifestyle, die alle unter der Internetstores GmbH laufen: www.internetstores.de

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