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Team 9 - LUPINEXT

Das sind wir

Franz Buchenau – Geschäftsidee, Nachhaltigkeit
Emil Maximilian Schönherr – Finanzen, Produktion

Stiftung Louisenlund in Güby
Wirtschaft-Politik Profil des 11. Jahrgangs
betreuende Lehrkraft: Frank Dallmeyer

Unsere Geschichte

So kamen wir auf die Idee:

Von Anfang an waren wir der Auffassung, dass besonders Zulieferer einen positiven Einfluss auf die Wertschöpfung und Nachhaltigkeit einer Industrie haben können. Für unser Brainstorming haben wir Makrotrends einbezogen und unsere Verbindung zur Landwirtschaft genutzt. Unser Wissen um eine stark steigende Weltbevölkerung, ein mit der Mittelschicht wachsendes Gesundheitsbewusstsein und die begrenzte Verfügbarkeit an fruchtbarem Boden hat uns auf die Lebensmittelproduktion im Meer aufmerksam gemacht: Aquakultur ist mit etwa 7 Prozent p.a. eine der am stärksten wachsenden Nahrungsmittelsektoren weltweit. Daraus erzielt die Lachsbranche die größten Umsätze und Margen, Letztere drohen jedoch wegen der stark steigenden Preise für Futter, dem größten Kostenfaktor, abzuschmelzen. Jede der verbreitetsten Masttierarten wird heute mit Soja gefüttert. Wir haben uns das Ziel gesetzt eine höchst konkurrenzfähige Alternative zu entwickeln, die Wirtschaftlichkeit über Nährwert und Futterverwertung steigert und zusätzlich deutlich Emissionen einspart.

Das bieten wir

Unser Angebot/Produkt/Dienstleistung:

LUPINEXT bringt ein speziell auf Fettfische - wie Lachs - abgestimmtes Futtermittel auf den Markt, das nicht bloß eine Alternative darstellt, sondern neue Maßstäbe setzt: Im Kern geht es um den Austausch der Hauptkomponente Sojamehl durch fermentiertes Lupinenmehl, das ca. 10 Prozent mehr Protein enthält. Wie auch in anderen Mastformen sind Proteine ein wesentlicher Faktor für die Gewichtszunahme. Zusätzlich liegt die biologische Verwertbarkeit des Lupinenkernproteins über derjenigen der Sojabohne. Hier sind die hauptsächlichen Vorteile auf einen Blick:

  • Gewichtszunahme: Der Nährwert unseres Produktes liegt etwa 11% über dem von konventionellem Futter, während der Anteil des für die Gewichtszunahme wesentlichen Proteins bis zu 37% höher ist.
  • Futterverwertung: Die biologische Verwertbarkeit des Lupinenkernproteins liegt über der von konventionellem Sojamehl, sodass mit weniger Futter ein das gleiche Schlachtgewicht erreicht werden kann. Zusätzlich unterstützen die natürlich enthaltenen Pektine (Vielfachzucker) zusammen mit der Fermentation (siehe „So funktioniert’s“) die Verdauung des Fisches.
  • Stabilere Preise: Über Anbauverträge werden für etwas über 300 €/t Lupinenkerne von Landwirten angekauft. Über diese direkten Verträge macht sich LUPINEXT bei seinem Hauptrohstoff vom Großhandel unabhängig und integriert sich vertikal, um Kosten zu sparen. Der Kunde profitiert so von einem wesentlich stabileren Preis; er ist vor kurzfristigen Preissprüngen von Soja deutlich besser geschützt. 
  • Einsparung von Emissionen: Unter anderem wegen der Rodung von Regenwald für Sojaplantagen in Brasilien ist die Treibhausgasbilanz des norwegischen Sojaimports für die Lachsindustrie besonders verheerend: Jährlich werden dadurch ca. 564.000 Tonnen Emissionen durch Umwandlung von Flächen, Anbau und Transport ausgestoßen.

Verantwortungsvoller Anbau: Die strikten EU-Verordnungen gewährleisten einen für Mensch und Umwelt schonenden Anbau der Lupinen, der so in Brasilien nicht gegeben ist.

So funktioniert es

Funktion und Nutzung im Detail:

Hauptbestandteil und Alleinstellungsmerkmal des Produktes sind die über Anbauverträge erworbenen Lupinenkerne, die von uns in Mecklenburg-Vorpommern zu Lupinenmehl (48%) weiterverarbeitet werden. Die restlichen Rohstoffe wie Rapsöl (22%), Fischmehl (9%), Fischöl (8%) und Maisstärke (13%) werden von Großhändlern angekauft. Ein wichtiger Schritt ist die Rohstoffaufbereitung des Lupinenmehls, welches vor der Vermischung mit den restlichen Zutaten fermentiert wird. Durch die Fermentation werden antinutritive Substanzen, die so auch in Sojabohnen enthalten sind, verdampft, weil sie andernfalls die Verdauung des Fisches stören würden. Spezifisch handelt es sich hierbei um Phytinsäure und das darin gebundene Phosphat, das von Fischen nicht weiter verwertet bzw. verdaut werden kann. Sie wird in dem Verfahren abgebaut. Schlussendlich wird das behandelte Mehl mit den anderen Rohstoffen vermengt und in Pelletform gepresst. Nach der Abkühlung und Trocknung kann es in sogenannte Big Bags (große Kunststoffsäcke mit ca. 1t Fassungsvermögen) abgefüllt werden.

Darum ist unser Angebot relevant

Die Vision und der Kundennutzen:

Bis zum Jahr 2050 werden wir vor der Aufgabe stehen eine Weltbevölkerung von rund 10 Milliarden Menschen zu ernähren. Aufsteigende Entwicklungs- und Schwellenländer mit ihren wachsenden Mittelschichten generieren eine immer größere Nachfrage nach nährreichen Lebensmitteln wie Fleisch und fettem Fisch. In Industrieländern achten die Menschen verstärkt auf eine gesunde Ernährung und stillen dieses Bedürfnis mit Zuchtlachs. LUPINEXT positioniert sich in einem Markt, dem in Zukunft noch wesentlich mehr Bedeutung zukommen wird. Wir sind davon überzeugt, dass dieses Produkt die Rohstoffeffizienz unserer Kunden erhöht und Treibhausgasemissionen deutlich senkt. Denn die Futterverwertung bestimmt auch hier über die Ökobilanz. Damit können wir einen großen Beitrag dafür leisten, dass in Zukunft Lebensmittel mit einem geringeren Footprint produziert werden. Soja, das im Anbau, auf dem Transport und durch die Landnutzungsänderung jährlich 18 Millionen Tonnen CO2 verursacht, darf hierbei nicht die Lösung sein.

Unser aktueller Stand

Unser Prototyp: das haben wir schon getan, das brauchen wir:

Einige der für unser Produkt benötigten Rohstoffe sind in der Form nur im industriellen Großhandel erhältlich. Mit einer auf die Hauptkomponenten reduzierten Variante experimentieren wir an einem Prototyp. Für Form, Konsistenz, oder Farbe ist das aber unwesentlich. Mit einem Kontakt aus der Aquakultur arbeiten wir an weiteren Feinschliffen. In Zukunft lässt sich unser Businessplan noch weiter ausbauen: Der Verkauf von Lupinenmehl als Basis für Fleischersatzprodukte ist ein Geschäftsmodell, das zu unserem Kompetenzbereich passt und von LUPINEXT auch noch erschlossen werden könnte.

 

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