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Alumni-Netzwerk

Jugend gründet gibt es mittlerweile seit 16 Jahren. Und mit jedem Jahr wächst die Zahl der ehemaligen Teilnehmer, auch Alumni genannt.

Unter Alumni verstand man ursprünglich im Römischen Reich verletzte und altgediente Soldaten, die im Anschluss an ihre Dienste kostenlos mit Essen und Trinken versorgt wurden. Das ist bei Jugend gründet nicht der Fall, aber auch unsere Ehemaligen erhalten tolle Angebote:

Als Bildungsplattform unterstützt Jugend gründet seine Alumni nach Abschluss des Wettbewerbs mit Blick auf Entwicklung des Unternehmergeists, Berufsorientierung und persönliche Entwicklung weiterhin.

Wer Teil des Alumni-Netzwerks werden und über Treffen und spezielle Angebote informiert werden möchte, kann sich bei Jugend gründet registrieren lassen.

Beim Alumnitreffen kennengelernt: Alexander und Michael

Alexander und Michael

Alexander Hodes und Michael Linke haben gemeinsam eine App entwickelt. Alexander war 2014 im Bundesfinale, Michael Linke 2016.

Ihr habt zusammen eine App entwickelt. Was kann eure App?

Alex | Michael: Die beste Version seiner selbst werden - das ist wofür wir als Legmon stehen. Mit Hilfe der App kann man seine Fortschritte in den verschiedensten Bereichen wie Sport oder Meditation festhalten und sich durch Statistiken motivieren lassen.
Wir haben noch viel vor, und das alles wäre ohne sehr viel Unterstützung gar nicht möglich, weswegen wir an dieser Stelle auch nochmal Tobias, Marvin, Tim, Jonas, Larissa, Michael und Robert danken wollen!

Alex: Wir haben uns beim Jugend gründet Alumni Treffen 2017 in Leipzig kennengelernt. Dort kamen wir in Kontakt und tauschten unsere Nummern aus - Der Rest hat sich eben so ergeben. Netzwerk-Events und Alumni Treffen eignen sich immer perfekt, um neue Menschen mit verschiedenen Hintergründen und Fähigkeiten kennenzulernen!

Michael: Alex kommt aus der Nähe Fulda und ich aus Langen bei Frankfurt. Natürlich wären regelmäßige Treffen von Vorteil, aber mit der Zeit entwickelt man Prozesse und Methoden, mit Hilfe derer man effektiv kommuniziert. Telefonate und Skype Gespräche, sowie ein gemeinsamer Google Drive Ordner sind ein guter Ersatz für häufige Meetings und sind sogar oft effizienter.

Alex: Nach dem Schulabschluss im Jahr 2014, habe ich ein duales Studium Richtung Wirtschaftsinformatik begonnen und wurde nach dem Bachelor von meinem Arbeitgeber auch übernommen. Seitdem bin im Bereich Softwareentwicklung tätig und mache nun berufsbegleitend meinen Master (verteilte und mobile Anwendungen). Durch den Bezug zur Informatik kann ich immer wieder neue Ideen hinsichtlich der Entwicklung von Apps oder Websites einbringen oder auch wenn es um Hype-Themen wie Blockchain oder KI geht.

Michael: Nach der Teilnahme an Jugend gründet und meinem Abi im Jahr 2017, habe ich direkt mein BWL Studium begonnen. Nebenbei habe ich verschiedene kleinere Projekte gestartet, von denen das wichtigste natürlich Legmon ist. Durch diverse Praktika konnte ich zudem eine Menge lernen und auch implementieren. Nach meinem Auslandssemester in den USA, hänge ich wahrscheinlich ebenfalls einen Master an und treibe selbstverständlich gemeinsam mit Alex und dem Rest des Teams die Entwicklung von Legmon weiter voran.

Alex | Michael: Wir verfolgen ein gemeinsames Ziel. - Es ist einfach ein großartiges Gefühl, wenn man weiß, dass man jemandem helfen kann über sich selbst hinaus zu wachsen. Dementsprechend motiviert uns auch das Feedback unserer User.

Abgesehen davon, dass Legmon wirklich ein Leidenschaftsprojekt ist, wollen wir es einfach mal versuchen, neue Erfahrungen sammeln und eigenständig handeln. Man lernt wirklich eine Menge, seien es die App-Entwicklung, Projektmanagement oder die Ausarbeitung rechtlicher Aspekte. Und wenn man dabei auch noch Spaß hat, spricht doch eigentlich nichts dagegen zu gründen und ein Teil seiner Freizeit mal nicht für Netflix aufzuopfern ;)

Alex: Die Teilnahme an Jugend gründet hat auf jeden Fall viel bewirkt. Ich habe immer noch viele Kontaktpunkte mit Jugend gründet, etwa durch die Teilnahme an den Alumni-Treffen, meine Mentor-Tätigkeiten, sowie den Kontakt zu aktuellen Teilnehmern, die immer wieder spannende Ideen haben.

Michael: Da kann ich nur zustimmen. Für mich war Jugend gründet sogar noch mehr - Ich habe mit dem Gründen eine große Leidenschaft entdeckt, die ich auf jeden Fall weiterverfolgen möchte. Ich habe extrem viel gelernt, mich selbst weiterentwickelt und im Finale sogar meine spätere Freundin kennengelernt. - Macht mit!

 

27.7.2019

Interview mit Vincent Kellner

Vincent Kellner

Deine Jugend gründet-Teilnahme  ist acht Jahre her, woran erinnerst du dich?

Es gibt zwei Dinge, an die ich mich noch besonders erinnere: Während des Wettbewerbs fand ich es beeindruckend wie offen die Teams miteinander umgegangen sind und sich gegenseitig Feedback zu den Ideen gegeben haben, aber auch wie viel Zeit sich die Jury genommen hat in persönlichen Gesprächen Feedback zu geben und kritische Punkte anzusprechen. Es war insgesamt eine sehr angenehme und fast schon familiäre Atmosphäre.

Einen zweiten bleibenden Eindruck hat die Reise ins Silicon Valley und insbesondere der Besuch beim German Silicon Valley Accelerator hinterlassen. Ich kann mich noch genau erinnern, wie uns Mut zu gesprochen wurde, Dinge zu hinterfragen, Ideen auszuprobieren aber auch systematisch anhand des Lean-Startup Ansatzes Ideen zu testen und zu validieren.

Die Faszination des Silicon Valleys hat mich seitdem nicht mehr losgelassen und so habe ich auch einige Jahre später ein Auslandssemester in Berkeley absolviert, um den Gründergeist noch mehr erleben zu können.

Genau, ich bin in den letzten Zügen meines Wirtschaftsingenieurwesen Studiums und muss mich bald entscheiden, ob ich in die Forschung gehe oder in die Wirtschaft. Aktuell beschäftige ich mich viel mit der Analyse großer Datenmengen und Ansätzen des Maschinellen Lernens. Hier gibt es viele spannende Forschungsbereiche - insbesondere in der Automobilbranche (Stichwort „Autonomes Fahren“) aber auch in der Medizin kommen immer mehr Algorithmen zum Einsatz. Tatsächlich finde ich es auch hier reizvoll, in einem bestehenden oder eigenen Startup an der nächsten großen Technologie zu arbeiten.

„harvit“ habe ich mit Mitschülern gegründet. Mit unserem Konzept, lokalen Unternehmen Teambuildingseminare in der Natur vor der Haustür anzubieten und Mitarbeiter für die Kulturlandschaft zu sensibilisieren, haben wir viel Aufmerksamkeit erhalten u.a. von der UNESCO, und 2012 sogar den Bundeswettbewerb „Jugend gründet“ gewonnen. Nachdem meine Mitschüler und ich mit der Schule fertig waren, haben wir die Führung an andere Schüler abgegeben und „harvit“ als Seminar an der Schule verankert. Unsere Idee war, Schülern eine Möglichkeit zu bieten, ein Schuljahr lang unternehmerisch tätig zu sein. Leider ist das Projekt trotz großem Erfolg nach zwei Jahren mangels Unterstützung von Seiten der Lehrer wieder eingeschlafen.

„Call-a-Student“ habe ich während meines Bachelorstudiums mit Kommilitonen gegründet. Wir haben damals festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, den passenden Studiengang für sich zu finden. Jedes Jahr stehen viele tausende Schüler nach der Abiturfeier vor der Aufgabe, in wenigen Wochen eine weitreichende Entscheidung zu treffen: Was möchte ich studieren und wo? Mit „Call-a-Student“ haben wir eine Plattform entwickelt, die es Schülern ermöglicht, sich einfach und schnell mit Studenten auszutauschen, die bereits an der Wunschuniversität studieren. Schüler konnten sich so ganz unverbindlich über Text- und Videochats einen besseren Einblick verschaffen, wie es denn wirklich ist an der entsprechenden Uni zu studieren. „Call-a-Student“ haben wir einige Jahre neben dem Studium geführt. Nachdem allerdings einige Mitglieder des Gründungsteams mit dem Studium fertig waren und unterschiedlichen Karrierewegen nachgehen wollten, haben wir uns gemeinsam entschieden, die Plattform einzustellen.

Bereits in der Schule habe ich mit Freunden „harvit“ gegründet. Damals hatten wir keine Vorstellung was ein „Startup“ ist oder was „gründen“ bedeutet. Für uns war „harvit“ ein Projekt neben der Schule, in dem wir unsere Ideen selbst verwirklichen und eigene Entscheidungen treffen konnten. Spätestens mit der Teilnahme an „Jugend gründet“ haben wir gemerkt, dass mehr dahintersteckt und wir tatsächlich eine kleine Firma gegründet hatten. Die Reise ins Silicon Valley mit „Jugend gründet“ hat mich dann vollends vom Unternehmertum begeistert und mit vollem Tatendrang bin ich wieder nach Deutschland zurückgekommen. Seitdem lässt mich die Faszination am Unternehmertum nicht mehr los und ich habe in verschiedenen Startups gearbeitet, eigene Ideen verfolgt und Gründerzentren auf der ganzen Welt besucht.

Rückblickend war „Jugend gründet“ die Initialzündung für mich, mich mit einer Gründung und der Selbstständigkeit auseinanderzusetzen und hat mich langfristig geprägt.  Schülern fehlt oftmals an der Schule aber auch Privat die Unterstützung, um eigene innovative Ideen auszuprobieren und umzusetzen aber auch der Blick in die Zukunft, um zu verstehen, welche Möglichkeiten eine Gründung bedeuten kann. „Jugend gründet“ bietet Schülern eine einmalige Chance, in einem geschützten Raum eigene Ideen auszuprobieren und mit großartiger Unterstützung auch wahr werden zu lassen. In der heutigen Welt wird es immer wichtiger, nicht nur bekannte Konzepte anzuwenden sondern sich zu trauen eigene Ideen zu entwickeln und Bestehendes zu hinterfragen. Selbst wenn die erste eigene Idee später noch nicht erfolgreich wird, hat man gezeigt, dass man sich traut an eigenen Ideen zu arbeiten und  Dinge zu hinterfragen und besser zu machen – das zeichnet wahre Gründer aus.

6.7.2018

Interview mit Philipp Wahju

Du hast im Januar 2018 die Banauten GmbH mitgegründet. Das war nicht die erste Gründung, an der du beteiligt warst.

Tatsächlich bin ich Wiederholungstäter. Meine erstes Unternehmen die mecodia GmbH habe ich bereits 2010 während meines Studiums gegründet. Seitdem hat sich mecodia prächtig entwickelt, beschäftigt mittlerweile über 15 Mitarbeiter und wächst von Jahr zu Jahr. Die letzten zwei Jahre konnte ich dann als “digitaler Nomade” aus Übersee arbeiten und dort viele neue Eindrücke sammeln. Schließlich hat sich bei mir die Chance ergeben als technischer Direktor ein neues Unternehmen – die Banauten GmbH zu gründen. Ich liebe es über den Tellerrand zu schauen und darum habe ich nach fast acht Jahren bei mecodia eine neue Herausforderung gesucht.

Jugend gründet hat mich zu meiner Schulzeit mit dem Gründervirus infiziert. Seitdem kann ich mir gar nicht mehr vorstellen in einer steifen Struktur zu arbeiten. Ich liebe kleine, agile Startup-Teams, wo man weiß, dass jedes Rad perfekt ineinander greift. Ich möchte daher kein kleines Rädchen in einem großen Unternehmen sein, das die meiste Zeit des Tages in Meetings steckt oder sich mit internen Machtkämpfen beschäftigen muss um auf der Karriereleiter hochzuklettern. Ich mag es unkonventionell zu arbeiten, aktuelle Dinge zu hinterfragen und Dinge mit Mehrwert zu erschaffen. Daher liebe ich unsere Startup-Kultur bei den Banauten. Wir arbeiten komplett digital, flexibel und lösungsorientiert, feiern jeden kleinen Erfolg und leben moderne Technologien. Wir veranstalten z.B. regelmäßig Hackathons, bei denen wir innerhalb von einem Wochenende ein Produkt von der Idee bis zur Veröffentlichung entwickeln.

Wir, die Banauten, haben uns primär auf Digitalisierungsprojekte für den Mittelstand spezialisiert. Gerade in Deutschland hat es noch viele sogenannte Hidden Champions, die Weltmarktführer in einem Bereich sind, aber deren Prozesse und Produkte noch aus der alten Welt stammen und nicht digitalisiert sind. Wir begleiten diese Unternehmen bei der digitalen Transformation, konzipieren Strategien und setzen diese in Pilotprojekten, wie z.B. zeitgemäßen Softwarelösungen und Apps, um. Das Schöne daran ist, dass unser Team dabei bereits moderne Arbeitsformen vorlebt, d.h. ein paar meiner KollegInnen arbeiten bereits digital von unterschiedlichen Standorten.

Jeder, der schon einmal Unternehmens- oder Produktnamen gesucht hat, kennt das Problem. Man grübelt und diskutiert stundenlang über einen geeigneten Namen. Das haben wir auch gemacht. Nach einigen Wochen sind wir dann erschöpft die Vorschläge noch einmal durchgegangen und mussten alle bei dem Namen “Banauten” lachen und fanden ihn so abstrus, dass wir uns spontan für die Neukreation aus “Banane” und “Astronaut” entschieden haben. Der Name Banauten bleibt glücklicherweise im Kopf und sorgt bei den meisten Leuten für ein Schmunzeln. Letztendlich wird ein Name aber durch die Taten und Projekte geprägt.

Das Gründerteam besteht aus drei Personen. Einen Mitgründer kenne ich tatsächlich seit der Schulzeit. Wir sind unterschiedliche Persönlichkeiten, aber wir kennen all unsere Stärken und Schwächen und ergänzen uns so perfekt. Beide Aspekte sind bei einer Gründung enorm wichtig. Und den dritten im Bunde habe ich über ihn kennengelernt. Er ist ein renommierter Fotograf in der Automobilbranche und Digitalexperte durch und durch. Im Hinblick auf unser Wachstum suchen wir aktuell nach weiteren motivierten Menschen, die unser Team weiter bereichern und verstärken können.

Das ist eine schwere Frage. Vielleicht etwas in Richtung: “Unternehmer gründet Startup-Inkubator auf einer wilden Insel.” Ich habe tatsächlich schon lange den Traum eine eigene Insel zu besitzen. Startups oder andere Projektteams könnten dort in einer schönen Atmosphäre konzentriert an ihren Ideen arbeiten. Dazu wird lediglich eine stabile Internetverbindung benötigt. Alles andere kann mittlerweile ortsunabhängig erledigt werden. Und ich finde den Gedanken schön, das Meer direkt von der Haustür zu haben, wo man die Stille und Natur genießen kann, aber ebenso seiner Leidenschaft, Neues von Grund auf zu erschaffen, nachgehen kann.

Der Wettbewerb hat maßgeblich meinen Lebensweg geprägt, daher kann ich den Wettbewerb jedem Schüler auf jeden Fall empfehlen. Man darf zwar nicht vergessen, dass sehr viel Arbeit dahinter steckt, aber zumindest ich habe fürs Leben gelernt und konnte schon früh über den Schul-Tellerrand schauen. Bei dem Wettbewerb kann man super seine Teamfähigkeit testen und lernt mit neuen Situationen umzugehen. Und vielleicht findet man dort wie ich Mitgründer für zukünftige Gründungen und Abenteuer.

24.4.2018

Ausgewählte Mitglieder des Alumni-Netzwerkes

 

Das Ziel des Wettbewerbs ist es unternehmerische Kernkompetenzen zu trainieren, die in der zukünftigen Arbeitswelt immer wichtiger werden. Einige Jugend gründet Alumni haben dank Jugend gründet Feuer gefangen, sich selbständig gemacht und eigene Projekte auf die Beine gestellt: